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BieberWappen

Wappen von Bieber

Bieber, ehemals selbständig, ist ein Stadtteil der hessischen Stadt Offenbach am Main und liegt an dem Bach Bieber, einem Nebenfluss der Rodau. Heute hat der Stadtteil rund 15.000 Einwohner. Die Gemarkung Bieber umfasst etwa 850 Hektar.

1835 gibt es 122 Häuser und 820 Einwohner [1], [2]


Geografie Bearbeiten

Geografische Lage Bearbeiten

Bieber liegt im Ballungsraum Rhein-Main und ist umgeben von Wäldern, Wiesen und Parkanlagen. Entlang des gleichnamigen Baches erstrecken sich weitläufige Wiesen, Äcker und Kleingartenanlagen. Südlich von Bieber befindet sich das 72,96 Hektar große Naturschutzgebiet "Erlensteg von Bieber". Im Norden Biebers befinden sich ausgedehnte Streuobstwiesen. Die Hessische Apfelwein- und Obstwiesenroute führt durch Bieber und hat hier vier Stationen.

Direkte Nachbarorte sind Mühlheim am Main mit dem Stadtteil Lämmerspiel, sowie Obertshausen und Heusenstamm. Bieber hat neben dem Ortskern zwei Ortsteile Bieber-Waldhof und Bieber-West. Ein dritter Ortsteil Bieber-Nord ist für die Zukunft geplant.


Bieber-West Bearbeiten

Bieber-West ist ein Ortsteil von Bieber und liegt westlich des alten Ortskerns. 1965 wurde mit der Baulandumlegung begonnen. Zuvor erstreckten sich hier ausgedehnte Streuobstwiesen. Der Ortsteil ist mit Ein-, und Mehrfamilienhäusern sowie meist moderaten Wohnhochhäusern bebaut. Bieber-West ist Standort der 1966 eröffneten Geschwister-Scholl-Schule.


Bieber-Waldhof Bearbeiten

Bieber-Waldhof ist ein weiterer Ortsteil von Bieber und liegt zwischen dem Ortskern von Bieber und der Stadt Obertshausen und grenzt an den Lämmerspieler Wald. Das Waldhofgebiet ist in ein Wohngebiet und ein ausgedehntes Industriegebiet unterteilt. Im Industriegebiet haben viele Firmen von Weltruf ihre Niederlassung.

Namensgeber des Ortsteils war der durch den Frankfurter Bürger Joseph Anton Bertarelli 1829 inmitten des ausdehnten Markwaldes der alten Biebermark erbaute große Gutshof Waldhof. Nach seinem Tod kam der Hof durch Erbschaft in den Besitz der landgräflichen Hauptverwaltung zu Das Waldhofgebiet selbst wurde während des Ersten Weltkrieges in seiner heutigen Ausdehnung von russischen Kriegsgefangenen gerodet. Auf dem gerodeten Teil entstand ein weiterer Hof mit Namen „Neuwerk“. Die Stadt Offenbach erwarb in den Jahren 1914, 1928 und 1962 durch Käufe den Grundbesitz. Bomben des Zweiten Weltkrieges zerstörten den Waldhof am 29. November 1944. Auch der Hof Neuhof wurde im Krieg durch Bomben zerstört. Ab 1967 begann die Erschließung des östlichen Waldhofgebietes für die Ansiedlung von Industrie- und Gewerbebetrieben. Im Anschluss daran entstand das Wohngebiet. Die Straßen des Wohngebietes tragen alte Bieberer Flurnamen.

Der Sportplatz des FV Germania Bieber nennt sich „Sportplatz am Waldhof“.

In Bieber-Waldhof existieren eine Außenstelle der Grundschule in Bieber, ein städtischer Kindergarten, ein Gemeindezentrum der katholischen Pfarrei und der evangelischen Kirchengemeinde. Der Ortsteil ist durch die Buslinien 101 und 102 der Offenbacher Verkehrsbetriebe und die Linie S 1 des Rhein-Main-Verkehrsverbundes mit einem eigenen S-Bahnhalt erschlossen.

In Bieber-Waldhof lebten Anfang 2005 3365 Menschen.


Geschichte Bearbeiten

In der Gemarkung wurden zahlreiche Funde aus prähistorischer, römischer und fränkischer Zeit gemacht. Auf den Steinäckern in Richtung Lämmerspiel wurden aus der jüngsten Bronzezeit, der Urnenfelderkultur], der Hallstattkultur, der Latènezeit und schließlich der Römerzeit Relikte gefunden. Durch Grabungen konnte eine kontinuierliche Besiedlung vom ersten Jahrtausend vor Christus bis zur Römerzeit nachgewiesen werden. An dieser Stelle konnten ausgedehnte Eisenschlackeschichten freigegraben werden, was in Verbindung mit Gefäß- und Werkzeugfunden aus der Eisenzeit auf eine Eisenverhüttung zur damaligen Zeit schließen lässt.

Der Ortsname ist vermutlich keltischer Herkunft. Wie die vielen anderen Orts- und Flussnamen im keltischen Kernland könnte sich der Name Bieber vom keltischen Wort Bebros für das Tier Biber ableiten. Einer anderen Theorie zu Folge leitet sich der Name vom keltischen bi-para, also zwischen den Bezirken ab. Die Tatsache, dass der alte keltische Ortsname auch in germanischer Zeit beibehalten wurde, kann darauf schließen lassen, dass es sich damals um eine bedeutende Siedlung gehandelt hatte. Im Laufe der Zeit schrieb sich der Ort auch Bieberaha und Bibera.

Da eine keltische Siedlung südlich des heutigen Ortes auf den Struthäckern wahrscheinlich und auf den Steinäckern nachgewiesen ist, geht man davon aus, dass der Ort in germanischer Zeit an die Stelle des heutigen historischen Ortskerns unter Beibehaltung des keltischen Namens verlegt wurde. Eine römische Villa Rustica und ein römisches Gräberfeld konnte auf den oben erwähnten Steinäckern zwischen Bieber und Waldhof nachgewiesen werden. Ebenso durchzogen römische Straßen die Bieberer Gemarkung und kreuzten sich vermutlich nahe der Villa Rustica. Die Gegend gehörte der römischen Civitas Auderiensium in der Provinz Obergermanien an. Während römischer Zeit und der Völkerwanderungszeit blieb die alte keltisch-germanische Mischbevölkerung ansässig.


Der fränkische Gaugraf Warin und seine Frau Friderum schenkten im späten 8. Jahrhundert dem Kloster Fulda vier Hufen zu "Bieber im Maingau". Auch Graf Walah schenkte seinen Besitz in Bieber an das Kloster Fulda.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Siedlung in einer Schenkungsurkunde des fränkischen Großgrundbesitzers Erlulf am 22. April 791 im Lorscher Codex. Da die beiden älteren Schenkungen nicht sicher datiert werden können, gilt dieses Datum als erstmalige urkundliche Erwähnung Biebers.

Im Mittelalter gehörten die umliegenden Wälder zumWildbann Dreieic], dieser unterhielt in Bieber auch eine seiner 30 Wildhuben. Die Herren von Hagenhausen (später von Eppstein) gewannen ab 1290 aufgrund ihrer Lehens-, Gerichts- und Grundrechte allmählich die Landeshoheit in Bieber. Als Gottfried von Eppstein 1425 das Amt Steinheim mit allen zugehörigen Orten an den Kurfürsten von Mainz verkaufte, ging die Landesherrschaft über Bieber von den Herren von Eppstein an Kurmainz. Für die nächsten Jahrhunderte (bis 1803) blieb der Erzbischof und Kurfürst von Mainz der Landesherr. Bieber war bis 1819 mit dem alljährlich abgehaltenen Märkerding am südöstlichen Ortsrand Oberhof der sogenannten Biebermark, einer Markgenossenschaft. Seine Einwohner hatten ab 1372 Burgrecht in Frankfurt mit allen daraus resultierenden Rechten und Pflichten (in Kriegszeiten durfte in der befestigten Stadt Zuflucht gesucht werden, als Gegenleistung mussten sie 10 Ruten Stadtgraben instand halten).


Im dreißigjährigen Krieg kam es durch Pest, Truppendurchzüge und Verwüstungen zu großen Belastungen und Verlusten unter der Bevölkerung. Nach der Säkularisation des Kurfürstentums Mainz gehörte Bieber von 1803 bis 1816 zum Fürstentum Isenburg-Birstein und wurde danach Teil des Großherzogtums Hessen-Darmstadt. Die Biebermark wurde 1819 unter den ihr angehörenden Orten aufgeteilt. Bieber erhielt den südöstlich gelegenen Wald.

Nachdem Bieber Jahrhunderte vom mainzischen Amt Steinheim aus verwaltet wurde, lösten die neuen großherzoglichen Landesherren diese alten Strukturen auf und ersetzten sie durch neue. So wurde am 20. Juli 1821 der Landratsbezirk Seligenstadt gegründet, dem auch Bieber zugeschlagen wurde. Bereits am 5. September 1832 wurde diese Einteilung verworfen und der Landkreis Offenbach gebildet, welchem das ehemalige Landratsamt Seligenstadt mit Bieber zugeteilt wurde.


Am 1. April 1938 wurde Bieber zwangsweise nach Offenbach eingemeindet. Zahlreiche Straßen wurden umbenannt, sofern ihre Namen bereits in Offenbach oder im 1908 ebenfalls nach Offenbach eingemeindeten Bürgel vorkamen. Das Rathaus wurde bereits im August desselben Jahres abgerissen. Der Zweite Weltkrieg brachte zahlreiche Zerstörungen und Verluste in der Bevölkerung durch Bombenangriffe.

Im 19. Jahrhundert erfolgte der Wandel Biebers vom Bauerndorf zur Industriegemeinde. Viele Arbeiter aus den Nachbar- und Rodgauorten fanden den täglichen Weg zur Arbeit hierher. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war es zu einem Aufblühen der Lederwarenindustrie gekommen, die ihre Hochzeit in den 1950er- und 1960er-Jahren hatte. Aufgrund veränderter Marktbedingungen ging der Absatz der Lederwaren in den 1970er-Jahren stark zurück, so dass heute nur noch drei Lederwarenbetriebe in Bieber ansässig sind. In dem Anfang des 19. Jahrhunderts noch reinem Bauernort existieren heute nur noch zwei landwirtschaftliche Betriebe.

In den Jahren 1965 und 1967 entstanden mit Bieber-West und Bieber-Waldhof ausgedehnte Neubaugebiete, das Waldhofgebiet wurde zudem zum Industriegebiet.

Am 9. August 1981 kam es infolge schwerer Regenfälle, besonders im Einzugsgebiet des Bieberbachs, zu schweren Überflutungen in der Ortsmitte. 1991 feierte Bieber das 1200-jährige Bestehen nach der ersten urkundlichen Erwähnung mit einem großen Festumzug und Volksfesten. Im Dezember 2003 konnte nach langer Bau- und Planungszeit der S-Bahnanschluss eröffnet werden. Seitdem ist Bieber und der Ortsteil Waldhof mit der S-Bahn Rhein-Main erreichbar. Zuvor war Bieber seit 1896 über die Rodgaubahn an das Schienennetz angeschlossen.

Für die Zukunft ist ein großes Neubaugebiet Bieber-Nord geplant. Es soll sich zwischen den Bahngleisen der S-Bahnstrecke und der Bundesstraße 448 erstrecken und Wohnraum für etwa 2400 Menschen bieten. Die Baulandumlegung und die Planungen hierzu laufen schon seit Jahrzehnten. Momentan ist das Gebiet vorwiegend Acker- und Gartenland. Als Ausgleichsmaßnahme soll ein Teil der Streuobstwiesen erhalten bleiben.


Religionen Bearbeiten

StNikolausAlt

Die alte Kirche von 1701/08 wurde 1878/79 durch Dekan Adam Fassbender um ein Langhaus und einen Chor erweitert. Das alte Gebäude bildete das Querschiff. Der mittelalterliche Turm wurde neu ummantelt. Für die erweiterte Kirche ließ man 1878 eine dritte Glocke gießen. 1936 wurde die Kirche abgebrochen und durch den heutigen Neubau ersetzt. Das Pfarrhaus in der Bildmitte wurde 1944 durch Bomben zerstört. An seiner Stelle steht heute wieder ein ähnliches Pfarrhaus. Das alte Bieberer Rathaus, rechts im Bild, wurde im August 1938 nach der Eingemeindung Biebers nach Offenbach abgebrochen. Das Gebäude diente seit 1899 als Rathaus der Gemeinde Bieber, zuvor war es Schulhaus.

Bis ins 19. Jahrhundert war Bieber rein katholisch. Überwiegend durch Zuzug kam eine große Anzahl von Protestanten nach Bieber. Die katholische Pfarrei St. Nikolaus ist auch heute noch größer als die evangelische Luthergemeinde in Bieber, obwohl die evangelische Gemeinde Biebers die größte im Dekanat Offenbach ist.

Das am 19. August 1967 eingeweihte katholische Pfarrheim ist ein wichtiger Veranstaltungsort. Seit 1307 ist die Pfarrei St. Nikolaus eine eigenständige Pfarrei. Vorher gehörte die Pfarrei zu Mühlheim. Im 16. Jahrhundert war Bürgel Pfarrkirche der Mutterkirche in Bieber.

Die heutige St.-Nikolaus-Kirche wurde 1936 neu errichtet. An ihrer Stelle sind bereits seit dem Jahr 1270 Kirchengebäude nachgewiesen. Das für den heutigen Neubau abgerissene Gotteshaus wurde 1701–1708 neu angelegt und 1878–1979 erheblich erweitert.

Seit 1982 besteht in Waldhof das Haus St. Hildegard als Gemeindezentrum und Kirchenbau der Pfarrei St. Nikolaus im Ortsteil Waldhof. Die Pfarrei gehört mit dem Dekanat Offenbach dem Bistum Mainz an. Neben dem heiligen Nikolaus verehren die Bieberer Katholiken vor allem den heiligen Sebastian, weil er der Überlieferung nach die Bewohner vor langer Zeit vor der Pest gerettet hat.


Evangelische Kirche Bieber

Evangelische Kirche

1865 fand der erste evangelische Gottesdienst in einem Dachstuhl statt. 1869 wurde eine kleine Kapelle, die Gustav-Adolf-Kapelle, errichtet, welche 1935 zu der Lutherkirche in ihrer heutigen Form erweitert wurde.

1869 wurde die evangelische Pfarrei Bieber gegründet. Dieser unterstanden die Filialgemeinden Bürgel, Heusenstamm und Mühlheim sowie die Orte ohne eigenen evangelischen Gottesdienst wie Obertshausen, Rembrücken, Dietesheim und Lämmerspiel.

Bis 1923 wurden diese Gemeinden alle von der Bieberer Pfarrei getrennt. Die evangelische Kirchengemeinde Bieber gehört als Teil des Dekanates Offenbach der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau an. Weil es im Dekanat Offenbach eine weitere Luthergemeinde gab, nannte sich die Pfarrei „Evangelische Kirchengemeinde Bieber“. In Waldhof und Bieber-West gibt es heute zusätzliche Gemeindezentren. In Bieber ist auch die „Christliche Gemeinde Roseggerstraße“ mit ihrem Gemeindezentrum vertreten.

Politik Bearbeiten

BieberRathaus

Standort des ehemaligen Rathauses, im Hintergrund die Grundschule

Bieber hat keinen Ortsbeirat, aber die Parteien CDU, FDP, SPD und Junge Union haben eigene Orts- beziehungsweise Stadtbezirksverbände in Bieber gegründet. Politischen Einfluss auf die Offenbacher Politik nehmen die Bieberer Bürger über ihre politischen Persönlichkeiten wie den ehemaligen Offenbacher Bürgermeister Josef Petermann, den ehemaligen Stadtverordnetenvorsteher Dr. Bruno Knapp, die Fraktionsvorsitzenden von SPD und FDP Stephan Färber und Oliver Stirböck sowie zahlreiche Stadtverordnete und Stadträte.

Der letzte frei gewählte Bürgermeister Biebers war Adam Marsch (SPD). Er wurde 1933 von den Nationalsozialisten abgesetzt und durch Fritz Bosche ersetzt. Diesem folgte 1934–1936 Wilhelm Perterhänsel, welcher wiederum 1937 durch Wilhelm Kromm aus Nordhessen ersetzt wurde. Kromm schloss mit dem damaligen Offenbacher Oberbürgermeister Dr. Schranz einen Vertrag über die Eingemeindung Biebers ab. Die Inhalte dieses Vertrages wurden bis auf die Eingemeindung bis heute nicht erfüllt. Die Eingemeindung wurde schließlich durch den NS-Gauleiter und Reichsstatthalter von Hessen Jakob Sprenger erlassen.


Das Bieberer Wappen zeigt drei gelbe Ähren auf grünem Grund. Die Farben Gelb-Grün sind die Ortsfarben. Neben dem Wappen haben die Bieberer auch ein Bieber-Lied: „Wir sind mit Leib und Seele Bieberer“


Kultur und Wahrzeichen Bearbeiten

Wahrzeichen Bearbeiten

Offenbach Bieberer Aussichtsturm

Bieberer Aussichtsturm

  • Der Bieberer Berg ist eine Erhebung zwischen Bieber und der Stadt Offenbach. Seine höchste Erhebung liegt auf Bürgeler Gemarkung. Dennoch nennt er sich Bieberer Berg, denn der Ort Bieber liegt ihm am nächsten. Mit dem Namen unmittelbar verbunden ist das Stadion am Bieberer Berg und der dortige Fußballverein OFC Kickers Offenbach.
  • Vom 24 Meter hohen Bieberer Aussichtsturm auf dem Bieberer Berg hat man einen weiten Ausblick bis in den Spessart und auf die Frankfurter Skyline. Obwohl der Turm knapp 10 Meter von der Bieberer Gemarkungsgrenze auf Rumpenheimer Gebiet steht und 1882 vom Verschönerungsverein Offenbach errichtet wurde, trägt er den Namen Bieberer Aussichtsturm – wohl wegen seiner geografischen Nähe zu Bieber und seinem Standort auf dem Bieberer Berg. In den Sommermonaten kann der Turm an Sonn- und Feiertagen bestiegen werden.
Bieberer Amulett

Bieberer Amulett

  • Das Bieberer Amulett ist eine Grabbeigabe, die 1979 in einem Steinkistengrab gefunden wurde. Das Grab hat ein Bauer auf den Bieberer Struthäckern in einem vorgeschichtlichen Gräberfeld gefunden. Das Bieberer Amulett kann im Haus der Stadtgeschichte in Offenbach besichtigt werden.


Musik Bearbeiten

In Bieber existiert der Musikverein Eintracht Offenbach 1898, drei Gesangvereine: GV Concordia 1874 e. V., GV Polyhymnia 1893 e. V. und GV Frohsinn 1842 e. V. sowie drei Kirchenchöre (katholischer Chor St. Nikolaus und St. Hildegard sowie Evangelischer Kirchenchor). Zusätzlich existieren die Gruppe Chara (Jugendchor und Band) und eine Kinderschola der katholischen und ein Kinderchor der evangelischen Gemeinde.

Bieber beherbergt einige Tonstudios, in denen namhafte deutsche und internationale Künstler aufnehmen bzw. aufgenommen haben, so etwa Boney M, No Angels, Henni Nachtsheim (ex-Rodgau Monotones, Badesalz).


Sport Bearbeiten

In Offenbach-Bieber trainiert Kickers Offenbach.


Regelmäßige Veranstaltungen Bearbeiten

  • Jährlich am Fastnachtssamstag findet der Bieberer Fastnachtsumzug unter reger Beteiligung ortsansässiger Vereine statt.
  • Fastnachtssitzungen der KJB (Katholische Jugend Bieber) und der IGBiF (Interessengemeinschaft Bieberer Fastnacht).
  • An einem Sonntag im Juni findet der Bieberer Markt auf der Hauptstraße statt. Hier stellen sich Vereine und Geschäfte vor.
  • In den Sommerferien laden die Bieberer Vereine zum Fest der Vereine auf den Ostendplatz.
  • Zur Bieberer Kerb am Ostendplatz am Sonntag nach Mariä Himmelfahrt findet im Pfarrhof von St. Nikolaus ein großes Pfarrfest statt.
  • Am Samstag vor dem ersten Advent findet der Bieberer Nikolausmarkt rund um die Pfarrkirche St. Nikolaus statt.
BieberBachNikles

Bekannte Bieberer Äppelwoikneipe „Zum Bach-Nikles“


Kulinarische Spezialitäten Bearbeiten

Bekannt ist der Bieberer Kartoffelsalat, der nur mit Essig, Öl und Zwiebeln angemacht wird. Aufgrund des Bieberer Kartoffelsalates entstand das alte „Lied vom Bieberer Kartoffelsalat“.

Bedingt durch die sehr kalkhaltigen Böden in der Bieberer Gemarkung werden schon seit altersher Äpfel angebaut. Noch heute gibt es in den Bieberer Feldern ausgedehnte Obstwiesen. Daraus resultiert die starke Verbreitung und Beliebtheit des Apfelweines aus Bieber, der auch heute noch von zwei Betrieben gekeltert und verkauft wird.

Eine örtliche Spezialität sind die Bieber „Riwwel- und Quetschekuche“. Ersterer ist außerhalb Biebers als Streuselkuchen, letzterer als Zwetschgenkuchen bekannt. Aus der Zeit vor dem Dreißigjährigen Krieg wird von Weinbau in Bieber berichtet. Davon sind allerdings nur noch alte Flurbezeichnungen geblieben, nach denen die „Wingert-“ und die „Weinbergstraße“ benannt wurden.


Wirtschaft und Infrastruktur Bearbeiten

Verkehr Bearbeiten

B 448

B 448 bei Offenbach-Bieber

S-Bahnhof Offenbach-Bieber

S-Bahnhof Bieber

Über die B448 gibt es eine schnelle Anbindung an die B45 und die A3.

Das Zentrum des Stadtteils und Bieber-Waldhof sind mit den Buslinien 101, 102 und 104 der Offenbacher Verkehrsbetriebe erreichbar.

Durch die S-Bahnen des RMV ist Bieber auf den Linien S 1 und S 2 (Rodgaubahn) zu erreichen. Bei Bieber teilen sich die Gleise in die Strecke nach Dietzenbach und die Strecke nach Rödermark-Ober-Roden. Der Bieberer Bahnhof ist von der Bahn in die Kategorie 4 und die Station Waldhof in die Kategorie 5 eingeteilt.

Bieber liegt in der Nähe des Frankfurter Flughafens, des Frankfurter Autobahnkreuzes sowie des Frankfurter Hauptbahnhofes und hat dadurch gute überregionale Verkehrsverbindungen. Diese Lage müssen die Bieberer mit dem hohen Preis einer starken Fluglärmbelastung durch den Landeanflug auf den Frankfurter Flughafen bezahlen.

Der ganze Ort ist flächendeckend als Tempo-30-Zone ausgewiesen. Ausnahmen bilden die Hauptstraßen. Dadurch gilt im ganzen Ort abseits der Hauptstraßen die Regelung „rechts vor links“.


Ansässige Unternehmen Bearbeiten

Im Industriegebiet Waldhof haben viele Unternehmen ihre Niederlassung (z. B. Honda Entwicklungszentrum, Dematic, Danfoss, GKN (früher Löbro), Maestro Lederwaren, P & A Heberer Lederwaren, Clou Lackfabrik, Montblanc).

Die Lederwarenfarbik HCL hat ihren Sitz in Bieber, ebenso die selbständige Raiffeisenbank Offenbach am Main-Bieber e. G. Als Einkaufszentren sind die „Hauptstraße“ (Aschaffenburger und Seligenstädter Straße) sowie das Einkaufszentrum Bieber-West zur Nahversorgung geeignet.


Medien Bearbeiten

Über das Lokalgeschehen berichtet die Offenbach-Post jeden Mittwoch mit einer Seite für den Stadtteil Bieber. Monatlich erscheint ebenfalls von der Offenbach-Post das „Bieberer Heimatblatt“.


Öffentliche Einrichtungen Bearbeiten

  • Kindergärten: ein städtischer Kindergarten in Bieber-West und Waldhof, zwei Konfessionelle und zwei private Kindergärten.
  • Hallen: Pfarrheim St. Nikolaus, TV-Turnhalle und Turnhalle der Grundschule sowie der Geschwister-Scholl-Schule
  • außerdem: Friedhof, Freiwillige Feuerwehr, Bolzplätze, Spielplätze und Kleingartenanlagen.


Bildung Bearbeiten

  • Schule Bieber (Grundschule, auch „Mauerfeldschule“ genannt) mit Außenstelle im Ortsteil Waldhof
  • Geschwister-Scholl-Schule (Haupt- und Realschule mit Förderstufe) in Bieber-West


Literatur Bearbeiten

  • Dr. Alfred Kurt: Von Bieber und Bieberern. Bieberer Heimatverein, Offenbach am Main 1991
  • Dr. Alfred Kurt: Bieber – Achttausend Jahre Geschichte. Offenbacher Geschichtsverein, Offenbach am Main 1980
  • Dr. Otto Schlander: Bieber und seine Portefeuiller. Bieberer Heimatverein, Offenbach am Main 2004
  • Offenbacher Geschichtsverein (Hrsg.): Zur Geschichte der Offenbacher Vororte – Offenbacher Geschichtsblätter Nr. 20. Offenbach am Main 1970
  • Hartmut Gries: Von Mühlen und Müllern in Bieber – Offenbacher Geschichtsblätter Nr. 43. Offenbacher Geschichtsverein, Offenbach am Main 1999
  • Dr. Alfred Kurt. Blick auf Bieber – Blätter des Bieberer Heimatvereins. Bieberer Heimatverein, Offenbach am Main seit 1993 jährlich eine Ausgabe


Weblinks Bearbeiten


Offenbacher Stadtteile


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