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Französisch-Reformierte Kirche 3

Die Französisch-Reformierte Kirche in Offenbach am Main ist eine zentral in der Innenstadt, Herrnstraße 43, gelegene reformierte Kirche. Durch den Grafen Johann Philipp von Ysenburg-Büsing wurde die französisch-Reformierte Kirche 1699 gegründet und war somit die älteste Kirche im Bereich der Innenstadt.

Der Name der Kirche kommt davon, dass es 1699 Glaubensflüchtlingen aus Frankreich, den sogenannten die Hugenotten, Kirchenasyl bot. Der erste Gottesdienst fand 1718 statt und wurde in französischer Sprache abgehalten und dabei blieb es auch die nächsten mehr als hundert Jahre.

Sie wird von der Französisch-Reformierte Gemeinde Offenbach genutzt. Diese gehört zum Evangelischen Dekanat Offenbach und damit zur Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau.

Sie ist ebenso Mitglied im Reformierten Bund und in der Deutschen Hugenotten-Gesellschaft.


GeschichteBearbeiten

Französisch-Reformierte Kirche

Nach der Aufhebung des Edikts von Nantes durch den französischen König Ludwig XIV. am 18. Oktober 1685, das den calvinistischen Protestanten im katholischen Frankreich religiöse Toleranz und volle Bürgerrechte zusicherte, flohen zahlreiche Hugenotten in die Schweiz. Ab 1698 erließen die Schweizer Kantone jedoch Ausweisungsanordnungen für die Geflohenen, da die Kosten für deren Versorgung stetig anstiegen. Auf der Suche nach einem geeigneten Ort für eine Aufnahme kam eine Gruppe nach Offenbach. Graf Johann Philipp von Isenburg-Offenbach, selbst dem reformierten Glaubenangehörig, sicherte den Flüchtlingen 1698 Privilegien und Hilfe ohne Bedingungen zu.

Damit waren die Grundlagen für die Gründung der Französisch-Reformierte Gemeinde Offenbach im Jahr 1699 gelegt. Fortan durfte die Gemeinde einen Raum der deutsch-refomierten Gemeinde benutzen. Dieser befand sich bis 1703 in der Schloßkapelle, später in der neuerbauten Offenbacher Schloßkirche.

Im Gegensatz zu Frankfurt favorisierte Graf Johann Philipp von Isenburg-Offenbach die Gründung von Manufakturen und Fabriken, dadurch ließen sich die Hugenotten gerne in Offenbach am Main nieder, um hier Handwerk und Handel aus zu üben.

Am 18. Mai 1705 hob der Graf die alten Privilegien von 1698 auf und erließ in 24 Artikeln erweiterte Rechte und Privilegien, die es der Französisch-Reformierten Gemeinde ermöglichten, eine politisch selbst verwaltete Neugemeinde zu gründen. Zu den zugesicherten Rechten gehörten die freie Religionsausübung nach der französischen Kirchenordnung, der Bau einer eigenen Kirche und einer Schule ebenso wie die freie Wahl des Pfarrers, des Lehrers und des Vorsängers. Er machte deutlich, dass zukünftig vornehmlich Kaufleute und Handwerker aufgenommen werden sollten.

1713 schenkte Graf Johann Philipp von Isenburg-Offenbach der Kirchengemeinde ein am Stadtrand liegendes Grundstück, auf dem schließlich ab 1717 mit dem Bau des Kirchengebäudes begonnen wurde. Die finanziellen Mittel für den Kirchenbau schöpfte die Gemeinde aus Spenden vom Grafen, aber auch von den benachbarten reformierten Gemeinden in Frankfurt und Hanau. Zudem wurde auf das bereits 1706 fertiggestellte Pfarrhaus eine Hypothek aufgenommen. Bereits 1718 wurde der erste Gottesdienst in französischer Sprache im eigenen Kirchenbau abgehalten. 1999 feierte die Gemeinde ihr 300-jähriges Bestehen in Offenbach am Main.


KirchengebäudeBearbeiten

Französisch-Reformierte Kirche Pfarrhaus

Die Kirche wurde in den Jahren 1717 bis 1718 in der für hugenottische Bauweise typischen Scheunenform erbaut. Fügte sich der Kirchenbau damals unscheinbar in die bestehende Bebauung ein, so steht das Kirchengebäude heute isoliert zwischen modernen Neubauten in der Innenstadt. Das heutige Erscheinungsbild mit der neobarocken Fassade gründet auf einer Renovierung aus dem Jahren 1874/1875. Untypisch für einen Bau der Französisch-Reformierten Kirche waren die baulichen Erweiterungen 1894, dei denen gemalte Fenster, Kassettendecke und ein Fries eingearbeitet wurden.Diese Ausschmückungen wurden in einer späteren Renovierung wieder entfernt. 1913 wurde die Kirche mit elektrischem Licht und einer Gasheizung ausgestattet. Durch eine private Erbschaft kam die Französisch-Reformierte Gemeinde in den Besitz des fast gegenüberliegenden Pfarrhauses in der Herrnstraße. Dieses dient heute noch als Gemeindezentrum.

Am 20. Dezember 1943 wurde die Kirche als auch das Pfarrhaus durch Bomben im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt. Eine abschließende Renovierung konnte erst 1953 durchgeführt werden, nachdem 1947 bereits provisorisch instandgesetzt wurde. Heute ist die Kirche ein Kulturdenkmal nach dem Hessischen Denkmalschutzgesetz.

Im Inneren der Kirche finden sich entsprechend dem 2. Gebot der reformierten Theologie kaum Ausschmückungen. 1838 erhielt die Kirche eine 13-registrige Orgel, die 1905 erweitert wurde und heute, nach mehrmaligen Renovierungen, immer noch bespielt wird.


WeblinksBearbeiten


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