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Jakob Latscha (* 4. März 1849 in Friedelsheim; † 5. November 1912 in Frankfurt) war ein Kaufmann und Mäzen.

Latscha-Tragetasche 1970er Jahre

Latscha-Tüte

Leben Bearbeiten

Er stammte aus einer Mennonitenfamilie, die aus dem Schweizer Simmental über das Elsaß Anfang des 18. Jahrhunderts in die Pfalz gekommen war. Er wurde auf dem Schowalterhof in Friedelsheim bei Bad Dürkheim geboren und kam dann über Mannheim und Essen nach Frankfurt.

Wie viele Kaufleute seiner Zeit engagierte Latscha sich im sozialen Wohnungsbau und als Kunstmäzen. Um 1900 gründete der Unternehmer und Sozialreformer Latscha die Grundstücksgesellschaft Marioth-GmbH. Damit will er Wohneigentum für den kleinen Mann fördern, er kauft ein Grundstück im Lohwald, der damals noch Rumpenheim gehörte (Rumpenheim wurde erst 1942 eingemeindet).Während des ersten Weltkriegs verkauft die Marioth-Gesellschaft das Gelände jedoch wieder, diesmal an die Stadt Offenbach. 1904 gründete er die Villensiedlung Dreieich Buchschlag bei Sprendlingen, eines der bedeutendsten architektonischen Ensembles des Jugendstil in Deutschland, und 1911 die Landhauskolonie Waldheim in Rumpenheim.

Latscha starb 1912 in Frankfurt am Main. Er wurde auf dem Frankfurter Hauptfriedhof beigesetzt. Nach Jakob Latscha ist eine Straße in Buchschlag benannt.

Firmengeschichte Bearbeiten

Latscha Anzeige

Stellenanzeige 1968

  • 1882 gründete er Frankfurt am Main sein eigenes Colonialwaren und Landproduktengeschäft in der Allerheiligengasse in der Frankfurter Innenstadt.
  • 1892 bestanden sieben Filialen in der Stadt,
  • 1912 bereits 72. Die Lebensmittelgeschäfte boten günstige Preise, da sie ihre Waren direkt vom Erzeuger bezogen. Das „Anschreiben“ war in seinen Märkten nicht mehr möglich, es musste bar bezahlt werden.

Die Firma Jakob Latscha KG existierte bis in die siebziger Jahre als regionale Einzelhandelskette im Rhein-Main-Gebiet, auch in Offenbach gab es einige Latscha Märkte, so z.B im Lauterborn in der Einkaufspassage (heute ist dort nach einem HL und einem Penny-Markt, ein Lidl).

  • 1973 bestand der Familienbetrieb aus über 250 Filialen, darüber hinaus auch Tankstellen, Schnellrestaurants, Warenhäuser und Autowaschstraßen.
  • 1977 wurde der Betrieb an die Rewe-Leibbrand-Gruppe verkauft. Die Filialen wurden seitdem unter der Marke HL-Markt geführt, inzwischen sind sie – soweit sie heute noch existieren – in REWE umbenannt.

Quellen Bearbeiten

PDF Stellenanzeige in der Frankfurter Rundschau 1968


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