Fandom

OffenbachWiki

Offenbach am Main

Kommentare0 Teilen

Offenbach am Main ist mit rund 117.500 Einwohnern die fünftgrößte Stadt im Rhein-Main-Gebiet. Die ursprünglich hugenottisch geprägte Industriestadt war vor allem als Zentrum der Lederwarenindustrie bekannt. Heute ist Stadt ein wichtiges Dienstleistungszentrum im Rhein-Main-Gebiet. Offenbach ist eines der neun Oberzentren sowie die nach Einwohnern und Fläche kleinste kreisfreie Stadt des Landes Hessen.

Offenbach am Main
Die Karte wird geladen …

Geografie Bearbeiten

D-Offenbach am Main Rathaus.jpg

Das Rathaus und der City Tower

Offenbach liegt am südlichen und südöstlichen Ufer des Mains am Mainbogen, gegenüber Fechenheim und östlich Oberrad. Diese Lage bedeutet, dass die beiden Großstädte mittlerweile ein zusammenhängendes Siedlungsgebiet bilden. Die Bäche Bieber und Hainbach durchfließen das Stadtgebiet. Offenbach liegt an der Hessischen Apfelwein- und Obstwiesenroute. Das bebaute Stadtgebiet liegt überwiegend im Norden der Gemarkung, im Süden erstreckt sich ein großes Waldgebiet. Der höchste Punkt der Stadt liegt mit 166 Metern auf dem Schneckenberg. Der niedrigste Punkt mit 97 Metern am Mainufer, vor dem Isenburger Schloss.


Nachbargemeinden
Offenbach grenzt im Westen und Norden an die Stadt Frankfurt, im Nordosten an die Stadt Maintal (Main-Kinzig-Kreis), im Osten an die Städte Mühlheim am Main und Obertshausen (beide Landkreis Offenbach), sowie im Süden an die Städte Heusenstamm und Neu-Isenburg (beide Landkreis Offenbach).


Stadtgliederung
Das Stadtgebiet von Offenbach am Main gliedert sich in zur Zeit 8 Stadtteile: Bieber, Bürgel, Kaiserlei, Lauterborn, Rosenhöhe, Rumpenheim, Tempelsee und Waldheim. Früher gab es noch den Stadtteil Lohwald, er soll zukünftig durch Waldheim-Süd ersetzt werden. Die Stadtteile sind teilweise in weitere statistische Bezirke mit eigenem Namen unterteilt.

Die statistischen Bezirke mit ihrer amtlichen Nummer:

Drei der genannten Stadtteile waren früher eigenständige Gemeinden. Bürgel wurde am 1. April 1908 nach Offenbach eingemeindet, Bieber am 1. April 1938 und Rumpenheim am 1. April 1942.

Geschichte Bearbeiten

561 bis 1000 Bearbeiten

972.jpg

Lage Offenbachs im Jahr 972

Otto II.JPG

Otto II

Fr 3424-Felke 871-Noss 356.jpg

Goldgulden Werner von Falkenstein

Bereits in römischer Zeit verlief durch Offenbach eine Römerstraße über die Bernardstraße zur Römerbrücke in Bürgel und weiter über Mühlheim nach Steinheim (Hanau). Auch in Bieber sind römische Spuren nachgewiesen. Ebenso durchzogen römische Straßen die Offenbacher Gemarkung und kreuzten sich vermutlich bei Bieber („Indianerpfad“). Die Gegend gehörte der römischen Civitas Auderiensium in der Provinz Obergermanien an.

260 - 560 überranten die Alemannen den Limes und belagerten den Untermain. Im 5. Jahrhundert besiegten die Franken die Allemannen.
561 - 767 Offenbach ist eine Gründung aus der Zeit nach der fränkischen Reichsteilung von 561. Der Ortsname hat eine für diese Zeit typische Endung auf -bach und steht – einer Theorie zufolge – in Verbindung mit dem Personennamen Ovo. Die Herkunft des Namens ist jedoch nicht endgültig geklärt.

Alamannen und Franken bestatteten ihre Toten häufig reich geschmückt und mit Grabbeigaben. Ein Gräberfeld mit über 27 Bestattungen lag im Bereich Herder- und Uhlandstraße in Bieber.

Aus dem 6. oder 7. Jahrhundert ist südlich des ältesten Ortskernes an der Waldstraße ein weiterer fränkischer Reihenfriedhof erhalten. Bei Ausgrabungen in der Gemarkung Offenbach wurden sogar Funde aus der Steinzeit gemacht. Jedoch ist nicht davon auszugehen, dass zwischen den Steinzeitmenschen und der fränkischen Besiedlung eine Kontinuität bestand.

768 durch die zunehmende Christianisierung findet diese Bestattungsform ein Ende.
 Die ersten urkundlichen Erwähnungen datieren auf
770 beim Stadtteil Rumpenheim
790 findet sich die erste Urkundliche Erwähung des Stadtteils Bürgel und
791 des Stadtteils Bieber
962 Am 2. Februar 962 wurde Otto I. in Rom zum römisch-deutschen Kaiser gekrönt wurde. Der Terminus regnum teutonicum („deutsches Reich“) wurde ab dem 10. Jahrhundert als Bezeichnung für das Ostfrankenreich benutzt.
972 Unter Kaiser Otto I. lag Offenbach im Gebiet des Herzogtums Franken
977 Die erste urkundliche Erwähnung der Stadt Offenbach am Main stammt vom 12. April 977. Kaiser Otto II. beurkundete eine Schenkung in Offenbach an die Salvatorkirche (der spätere Dom) in Frankfurt. Davor war Offenbach Teil des Maingaues und die umliegenden Wälder gehörten zum Wildbann Dreieich. Dieser unterhielt in Offenbach auch eine seiner 30 Wildhuben. Vom Mittelalter bis 1819 war Offenbach Teil der Biebermark.

1001 bis 1500 Bearbeiten

1018 Kaiser Heinrich II. hält im Juli eine Reichsversammlung in Bürgel ab
1247 Das Aussterben der Ludowinger ergab sich mit dem Tode Heinrich Raspe im Jahr 1247. Auf die Besitzungen der Ludowinger (im Wesentlichen die heutigen Bundesländer Thüringen und Hessen) machten sowohl die Wettiner als auch das Haus Brabant Erbansprüche geltend, die beide in weiblicher Linie mit den ausgestorbenen Ludowingern verwandt waren. Es kam zu einem Erbfolgekrieg (Thüringisch-hessischer Erbfolgekrieg), im Ergebnis wurden die Besitzungen der Ludowinger geteilt, Hessen fiel an das Haus Brabant, Thüringen an die Wettiner. Offenbach wechselte im Laufe der Jahrhunderte mehrmals den Besitzer. Einer der ersten Besitzer waren die Herren von Hagen-Münzenberg, welche den Besitz aus der Zeit ihres Amtes als Reichsvögte der Dreieich erbten.
1255 Nach dem Aussterben der Münzenberger erbten die Herren von Falkenstein im Taunus, das Dorf am Main.
1372 wurde Offenbach von Graf Philipp von Falkenstein für 1000 Gulden an den Rat der Stadt Frankfurt verpfändet. Werner III. von Falkenstein, Erzbischof von Trier und als Falkensteiner Landesherr in Offenbach, ließ um
1400 am Main ein Schloss bauen und Münzen prägen. Die Stadt Frankfurt fühlte sich dadurch provoziert und protestierte dagegen. Als Werner starb, waren die Falkensteiner im Mannesstamme erloschen, und ihr Besitz fiel an verschiedene adlige Familien.
1419 fiel Offenbach an die Herren von Sayn und die Grafen von Isenburg-Büdingen
1486 konnte sich unter deren Erben Graf Ludwig von Isenburg als alleiniger Besitzer von Offenbach etablieren. Offenbach diente unter Graf Reinhard von Isenburg-Birstein dem Adelsgeschlecht als Residenz. Sie ließen das Isenburger Schloss errichten.

1501 bis 1799 Bearbeiten

1559 wurde in Offenbach die Reformation eingeführt.
1631 Während des Dreißigjährigen Kriege wurde die bayerische Besatzung Offenbachs von den Schweden vertrieben und im Schloss am 16. Oktober 1931 [1], [2] die Kapitulation der Reichsstadt Frankfurt von König Gustav Adolf entgegen genommen.
1676 Bildzitat J.U. Demian Google Books:
Offenbach 1676.png
1691 wird begonnen die heutige Herrnstraße zu bebauen.
1698 nahm Graf Johann Philipp von Isenburg-Offenbach hugenottische Glaubensflüchtlinge im Ort auf, sie gründeten ihre eigene Gemeinde, westlich der bestehenden.
1700 Offenbach hat 790 Einwohner und im Jahr
1702 die Frankfurter Straße, Judengasse und Fünfhäusergasse werden angelegt.
1707 wird mit der Bebauung des Großen Biergrunds begonnen.
1718 durch die starke Zuwanderung der Hugenotten bereits 1500 Einwohner
  fand auch der erste Gottesdienst in der Französisch-Reformierte Kirche statt. Das Dorf Offenbach wuchs zu einer Minderstadt an. Der Graf ließ ihnen Grundstücke im Großen Biergrund zuweisen. Dieser Westteil entwickelte sich im Laufe des 18.Jahrhunderts zur Stadt. Die Hugenotten brachten das Wissen um die Tabakverarbeitung nach Offenbach und erschlossen damit einen Wachstumsmarkt des 18.Jahrhunderts. Bedingt durch die Politik des Frankfurter Rates, der in Frankfurt keine Gewerbefreiheit zuließ und eine aus dem Mittelalter stammende Zunftordnung verteidigte, durften sich dort keine Manufakturen etablieren. Die Manufakturristen wanderten über die damalige Landesgrenze nach Offenbach ab, wo sie von den gewerbefreundlichen zu Isenburgern ein Regal bewilligt bekamen.
1728 am Dienstag den 3. August zwischen 4 und 5 Uhr abends erschüttert ein Erdbeben die Stadt, so stark das die Glocken anschlagen [1]
1733 am 18. Mai, 2 Uhr mittag, drei Erdstösse,
1739 Grundsteinlegung zur lutherischen Kirche (Stadtkirche).
1766 In der Frankfurter Straße, Höhe heutiger Aliceplatz wird das "Frankfurter Tor" abgerissen. Wer durch dieses Tor die Stadt verließ, befand sich auf einem Holperweg zwischen Äckern und Wiesen.
1768 Der Aliceplatz, der diesen Namen erst seit 1879 trägt, wird als neuer Marktplatz angelegt. Er hieß auch eine Zeitlang Paradeplatz, weil die isenburgischen Soldantenauf ihm Übungen abhielten.
1775 Der Dichter Johann Wolfgang von Goethe kam 1775 regelmäßig nach Offenbach, da hier seine Verlobte Lili Schönemann lebte. In dieser Zeit begann die Lederwarenherstellung und erste Industrien und Gewerbe siedelten sich an. Niccolò Paganini und Wolfgang Amadeus Mozart besuchten mehrmals die aufstrebende Industriestadt. Ersterer um die hier bei Pirazzi produzierten Musiksaiten zu erwerben, zweiter ließ seine Noten bei Johann André verlegen.
1786 läßt sich die Familie der Schriftstellerin Sophie von La Roche in der Domstraße 23 nieder.
1790 zählt Offenbach 6000 Einwohner.
1791 entsteht auf Anregung Offenbacher Bürger, in der Kirchgasse das "Fürstlich Isenburgische Schauspielhaus".
1792 gehen Österreichische Truppen bei Offenbach über den Main und besiegen die Franzosen bei Höchst.
1794 wurde die Leibeigenschaft durch Fürst Wolfgang Ernst von Isenburg aufgehoben.
1798 Katholiken durften erstmals seit über 200 Jahren Gottesdienst in Offenbach feiern.

1800 bis 1899 Bearbeiten

  • 1812 fand die letzte Hinrichtung in Offenbach statt. Der Galgen stand in Höhe Hermannstraße und Schäferstraße.
  • 1800 erfand Alois Senefelder, einer von Offenbachs berühmtesten Bürgern, den Steindruck (Lithographie).
  • 1803 Fürst Carl Ludwig Moritz schafft als einer der ersten den Juden-Leibzoll ab.
  • 1813 Nach der Schlacht bei Leipzig zogen sich die verbliebenen französischen Verbände über Hanau, Offenbach und Frankfurt nach Mainz zurück. Die zurückziehende Armee war dabei ständig in Gefechten mit Verfolgern verwickelt. Offenbachs Fürst Carl von Isenburg floh ins Ausland und erklärte seinen Austritt aus dem Rheinbund. Offenbach wurde Teil des neu gegründeten Generalgouvernement Frankfurt und erlebte die Einquartierung russischer Kosakeneinheiten.
  • Nach dem Wiener Kongress 1815 verlor Fürst Carl von Isenburg wegen seiner Nähe zu Napoléon Bonaparte seine Landesherrschaft und Offenbach stand kurzzeitig unter österreichischer Verwaltung, musste 60 Tausend Gulden Kriegssteuer abführen.
  • 1816 Am 30. Juni fiel Offenbach dann aber an das Großherzogtum Hessen-Darmstadt und das Fürstentum Isenburg wurde aufgelöst. Die Einwohnerzahl war wieder auf unter 6000 Personen gesunken.
  • 1819 Nach der Auflösung der Biebermark erhielt die Stadt einen Anteil von 1733 Morgen am Gelände zwischen Hainbach und heutiger Grenzstraße. Seither konnte sich die Stadt auch nach Osten hin ausdehnen. Vorher war Wachstum nur nach Westen in Richtung Frankfurt oder nach Süden möglich.
  • 1819 Offenbach wurde „Industriehauptstadt“ Hessen – Darmstadts. Die im Jahr 1819 beschlossene „vollkommene bürgerliche Gewerbefreiheit“ sollte Industrie und Wirtschaft in die Stadt ziehen. Es dauerte nur zwei weitere Jahre, bis
  • 1821 unter großherzoglicher Förderung die Handelskammer in Offenbach ins Leben gerufen wurde. Straßenanbindungen nach Seligenstadt, aber auch nach Sprendlingen, vor allem auch die „Schiffsbrücke“ über den Main, förderten die Entwicklung zum Produktionszentrum weiter.
  • 1825 Offenbach zählt 487 Häuser, meist nach neuestem Standart und 6147 Bewohner. Für diese ist nun ein kleines Spital nahe der Französisch-reformierten Kirche eröffnet worden. In Offenbach befinden sich zu dieser Zeit:
Kutschenfabrik Dick & Kirschten
Schnupftabaksfabrik Bernard
Rauchtabaksfabrik Kraft und Compagnie
Wachstuchfabrik Wördel und Compagnie
Wachsbleiche und Wachslichterfabrik Fleischmann
Fabrik von Blechwaren und Dosen aus Papiermachee Bapst
Brieftaschen und Etuifabriken:
Mönch und Compagnie
Ludwig Kugler
F.J. Müller
Kopp und Compagnie
Franz Kohl
4 Hutfabriken (Huthfabrick)
Martiny und Maury
Boché und Compagnie
Conrad Jetschen
G. Roth
  • 1828 schloss sich das Großherzogtum Darmstadt dem preußischen Zollgebiet an, während die Stadt Frankfurt als Sitz des Bundestages neutral blieb. Dieser Schritt bedeutete das Ende der seit dem Mittelalter stattfindenden Frankfurter Messe, die bereits während der Koalitionskriege infolge der Kontinentalsperre stark an Bedeutung verloren hatte. Offenbach wird Messestadt. Die Stadt erbaut für Messezwecke das Lagerhaus an der Frankfurter Straße, in das 1938 das Deutsche Ledermuseum einzog.
  • 1830 wird in Offenbach die Schulpflicht eingeführt.
  • 1832 wurde aus den ehemaligen Landgerichtsbezirken Langen, Offenbach und Seligenstadt der Landkreis Offenbach gebildet.Fortan war Offenbach Kreisstadt.
In diesem Jahr wurde auch die Impfpflicht eingeführt.
Das Bankhaus Siegmund Merzbach in der ehemaligen Judengasse (der heutigen Großen Marktstraße) eröffnet.
Aufstellung einer ersten Dampfmaschine in der Baumwollspinnerei Hauff
  • 1833 eine städtische Sparkasse wird eröffnet
  • 1842 gründeten der Darmstädter Chemiker Ernst Sell und sein Frankfurter Partner Karl Oehler die Farbenfabrik Oehler am Mainufer zwischen Offenbach und Bürgel (heute AllessaChemie).
  • 1843 unter den Gasthäusern sind die vorzüglichsten [2]:
Zum hessischen Hof
Zum Engel
Darmstädter Hof
Bayrischer Hof (Bairische Hof)
  • 1845 Ludo Mayer (geboren am 28. April) wird geboren als Sohn Julius Mayers
  • 1846 am 29. Juli, 9:35 Uhr abends, 18 Grad, 3 Erdstöße in ganz Deutschland, in Offenbach klirrten Fenster, zerbrach Möbel, in den Alleenbäumen der Kanalstraße rauschte es, die Menschen liefen auf den Straßen zusammen.
  • 1848 eröffnete die Frankfurt-Offenbacher Lokalbahn die Strecke nach Frankfurt. Ihr Offenbacher Lokalbahnhof befand sich an der Bahnhofstraße westlich des Stadtzentrums. Die heutige Berliner Straße nach Westen hin war damals die Eisenbahnstrecke.
Erste Gasbeleuchtung in einigen Straßen durch eine private Gasanstalt.
  • 1850 erhält Offenbach durch eine Schenkung von dem Arzt Dr. Hauck ein am Stadtrand liegende Hofreite. Heute kreuzen sich dort die Kaiserstraße und die Geleitsstraße.
  • 1853 wird eine Telegrafenanstalt Domstraße und Ecke Krimmergäßchen eröffnet.
  • 1857 am 15. Juli gründete der aus Frankfurt stammende Kaufmann Julius Mayer zusammen mit Gerbermeister Josef Feistmann die Firma Mayer & Feistmann in der Luisenstraße. Feistmann hatte vorher in der Luisenstraße eine Glacéhandschuhmacherei.
  • 1858 erwirbt die Stadt für 35.000 Gulden das sogenannte "Stadthaus" (damals neben der heutigen Löwen Apotheke) als neues Rathaus.
Ebenso beginnt der Bau eines neuen Hospitals, dessen Straße dorthin, den Namen Hospitalstraße, das Gebäude liegt heute in der Kaiserstraße 18 (Justizzentrum). Damals war vor dem Bau dort nur Wiesengelände.
  • 1860 entstand das neue Fabrikgebäude der Firma Mayer & Feistmann in der Rohrstraße
  • 1873 wurde der heutige Hauptbahnhof, der damals außerhalb der Stadt im Süden lag, errichtet. Damit war der Weg zum Ausbau der Schwerindustrie und der chemischen Industrie geebnet, wodurch die Stadt in den folgenden zwei Jahrzehnten so stark wie nie zuvor anwuchs.
  • 1874 Am 24. Dezember wurde die Neue Offenbacher Zeitung herausgebracht, die erste sozialdemokratische Parteizeitung im Großherzogtum Hessen.
  • 1880 ist die Einwohnerzahl auf 28000 gestiegen.
  • 1886 trat Josef Feistmann aus der Firma Mayer & Feistmann aus und Ludo Meyer stieg bei seinem Vater Julius Meyer ein, neuer Firmenname ist nun J. Meyer & Sohn
  • Julius Meyer stirbt am 6. April 1887
  • 1888 Eine erschlossene Heilquelle wurde nach dem nur 99 Tage amtierenden Kaiser Friedrich III. benannt. Das Wasser wird heute nicht mehr als Mineralwasser verkauft, da es zu salzig wurde.

- -> siehe auch: Kaiser Friedrich Quelle

  • 1890 leuchtet vor dem Rathaus (Stadthaus) am Aliceplatz Offenbachs erste dauerhafte elektrische Straßenlaterne auf, Offenbach hat 35.000 Einwohner.
  • 1896 wurde die Rodgaubahn nach Dieburg eröffnet. Später kam der Seitenast nach Dietzenbach hinzu.

1900 bis 1999 Bearbeiten

  • 1908 wurde mit Bürgel der erste Nachbarort eingemeindet. Durch diese Eingemeindung fiel das Gebiet östlich der Grenzstraße bis hinauf zur Bieberer und Rumpenheimer Gemarkung der Stadt zu.
  • 1919 wurden während des Karfreitagsputsches vor der Kaserne, dem heutigen Sitz des Finanzamtes, 17 Menschen erschossen.
  • 1920 wurde die Stadt für einen Monat von französischen Truppen besetzt.
  • 1921 wird das Büsing Palais zum Rathaus der Stadt
  • 1922 begann man mit dem Bau der Siedlung Tempelsee im Süden. In Folge der Weltwirtschaftskrise waren zeitweise über die Hälfte der Arbeiter arbeitslos.
  • 1936 Geschäfte in der Frankfurter Straße werden boykottiert, so etwa das Kaufhaus Oppenheimer, das Konfektionsgeschäft Hermann Hirschen und das Warenhaus Leonhard Tietz AG, das ehemalige "Kaufhaus Oppenheimer" (Inhaber: Hugo Oppenheimer) an der Frankfurter Straße / Ecke Marktplatz, ging, wie in einer Zeitungsanzeige der »Offenbacher Nachrichten« vom 1. Mai 1936 zu lesen war, in "arischen Besitz über" und hieß fortan "Kalberlah". Sein Sohn Ernst Oppenheimer hatte bereits 1935, die Stadt in Richtung Palästina verlassen. Robert von Hirsch, damaliger Inhaber der Offenbacher Lederfabrik J. Mayer & Sohn, emigrierte nach Zahlung von 1,5 Millionen Reichsmark in die Schweiz.
  • 1938 Am 1. November 1938 schied Offenbach aus dem Landkreis Offenbach aus und wurde eine kreisfreie Stadt, blieb aber weiterhin Sitz des Kreises. Gleichzeitig wurde die Gemeinde Bieber an Offenbach angegliedert. Im November wurde während der Novemberpogrome die Synagoge, das heutige Capitol, geschändet sowie mehrere Wohnungen und Geschäfte beschädigt.
  • 1936 wehrten sich noch ein erheblicher Teil der Offenbacher Bevölkerung gegen die Machtübernahme und Gleichschaltungspolitik der Nationalsozialisten.
  • 1942 wurde mit Rumpenheim die letzte Eingemeindung vollzogen. Mehr als 700 Flugzeuge der Engländer und Kanadier fliegen am 18. März 1944 über Offenbach, genau um 21.13 Uhr fallen auf Offenbach die ersten Bomben. Der schwerste Luftangriff während des Zweiten Weltkrieges auf die Stadt hat begonnen. 176 Menschen sterben, 25.000 werden obdachlos, 1121 Gebäude fallen dem Bombenhagel zum Opfer. Die Schäden konzentrierten sich insbesondere auf die Altstadt und die Weststadt. Was die Bomben nicht verwüstet hatten, wurde in den darauf folgendenden Jahrzehnten der Stadterneuerung geopfert. Der einstige Charakter des westlichen Stadtzentrums zwischen Herrnstraße und der Schloßstraße als Gartenstadt verwandelte sich in eine Bürostadt (beispielsweise durch das neue Rathaus oder den City Tower).
  • 1944 Massenflucht aus dem zerstörten Frankfurt über Offenbach.

Eine Aufstellung der Reichsbahn vom 25. März 1944:
20000 Personen vom Bahnhof Offenbach nach Büdingen, Schlüchtern, Gelnhausen
24000 Personen vom Westbahnhof nach Dillenburg und Alsfeld-Lauterbach
35000 Personen vom Höchster Bahnhof nach Bad Soden und Westerburg
40000 Personen vom Bahnhof Eschersheim nach Wetzlar, Friedberg und Gießen
10000 Personen vom Bahnhof Rödelheim nach Usingen und Weilburg
18000 Personen vom Bahnhof Neu-Isenburg nach Groß-Gerau

  • 1953 begann der Bau der Carl-Ulrich-Siedlung zwischen Dietzenbacher und Waldstraße.
  • 1954 Offenbach hatte erstmalig mehr als 100.000 Einwohner und wurde somit jüngste Großstadt Hessens. Die Stadtrechte sind Offenbach aber nie offiziell verliehen worden.
  • 1955 erhielt die Stadt den Europapreis für ihre hervorragenden Bemühungen um den europäischen Integrationsgedanken.
Am 1. Oktober 1955 beendete um 23.31 Uhr die Lokalbahn ihre letzte Fahrt.
  • 1960 erwarb die Stadt den Wildhof bei Heusenstamm und erhielt damit die Waldgemarkung Wildhof.
  • 1971 wurde das heutige Rathaus an der Berliner Straße eröffnet und der Umzug der Verwaltung aus dem alten Hospital, dem heutigen Justizzentrum, wurde vollzogen.
  • 1977 Die Feiern zum 1.000-jährigen Jubiläum Offenbachs wurden begangen.
  • 1995 erhielt Offenbach Anschluss an die S-Bahn Rhein-Main.

  • 2002 verlegte der Landkreis Offenbach seinen Verwaltungssitz nach Dietzenbach.

Aufgrund der guten Infrastruktur und der Lage im Rhein-Main-Gebiet haben sich in den letzten Jahren viele Firmen angesiedelt. Die Stadtverwaltung wirbt mit einer ungewöhnlich schnellen Vergabe von gewerblichen Baugenehmigungen. Die Mieten gelten allgemein als günstig, so dass besonders das Zentrum als Wohnort für junge Familien sehr beliebt wird. Dort gibt es nach wie vor viele Mehrfamilienhäuser aus der Jahrhundertwende.


  • Einwohnerentwicklung:

Die Einwohnerzahl Offenbach´s stieg von 790 im Jahre 1700, auf 1500 im Jahr 1718 und 6000 im Jahr 1790.
1816 erst 6210 Einw. zählte
Im Mai 1866 gab es 19377 Einwohner, es wurden 74 geboren, sind 29 gestorben und es gab 29 Trauungen [3]
(1900) 50.468 [4]
(1905: 59.806) E. [5]
(1905) 58,806 Einw., davon 20,500 Katholiken, 500 Altkatholiken, 1700 Deutschkatholiken und 1400 Juden. [6]

Stadtbild Bearbeiten

Lange Zeit wurde Offenbach durch Bauten der Hugenotten aus dem späten 17. und 18. Jahrhundert geprägt. Typisch hierfür sind Bauten mit Mansarddach. Von diesen sind weitestgehend die Französisch-Reformierte Kirche, die Französisch Reformierte Gemeinde sowie ein Geschäftshaus in der Frankfurter Straße /Ecke Aliceplatz original erhalten. Der Wiederaufbau nach dem Krieg und der Bau der Berliner Straße haben das Bild der Stadt im Zentrum wesentlich verändert. Die angrenzenden Gründerzeitquartiere sind weitestgehend von größeren Schäden verschont geblieben.

Die Stadt hat 403 einzelne Kulturdenkmäler, dazu 29 „Gesamtanlagen“, (wie Straßen- oder Grünzüge) und zusammen zirka 1.600 denkmalgeschützte Bauwerke.[3]


- -> Renaissance
Das Wahrzeichen und wohl bekannteste Gebäude in Offenbach ist das Isenburger Schloss. Es wurde 1576 für den Grafen von Isenburg gebaut und gilt als der bedeutendste Renaissancebau nördlich der Alpen. Mehrmals wurde es umgebaut, zuletzt nach dem Brand des Dachstuhls im Zweiten Weltkrieg. Auf einer Stadtansicht von Merian ist es in seiner ursprünglichen Form zu sehen. Seit 1999 ist das Schloss ein Teil der Hochschule für Gestaltung, an die es unmittelbar angrenzt. Es ist im Besitz des Landes Hessen.


- -> Klassizismus
Der Lili-Tempel wurde ursprünglich 1798 als Badehaus im Offenbacher Lili-Park gebaut. Es ist das einzige im Originalzustand erhaltene Werk von Nicolas Alexandre Salins de Montfort im Rhein-Main-Gebiet. Einer modernen Sage zufolge erhielt der Tempel den Namen nach der Verlobten Johann Wolfgang von Goethes, Anna Elisabeth Schönemann, mit der sich dieser 1775 im umliegenden Park zu treffen pflegte. Das klassizistische Bauwerk wurde unter der Auflage einer Restaurierung im Jahr 2004 an eine Privatperson in Erbpacht vergeben.

Das Rumpenheimer Schloss war einst Treffpunkt des europäischen Hochadels. Das im Zweiten Weltkrieg bis auf die Außenmauern zerstörte Gebäude ging 1965 in den Besitz der Stadt Offenbach über und wurde in mehreren Teilstücken wieder hergestellt. Nach der zuletzt (um 2002) erfolgten Wiederherstellung des Mittelflügels entspricht die Außenansicht weitestgehend dem Stand um 1805. Heute ist das Schloss eine private Wohnanlage. Alljährlich im Sommer findet im Schlosshof und im angrenzenden Schlosspark ein Mittelaltermarkt statt.


- -> Historismus
Der Historismus ist in Offenbach durch zahlreiche markante Bauwerke vertreten. Das um 1775 erbaute und zwischen 1901 und 1907 im neobarocken Stil umgestaltete
Büsing Palais etwa war im 18. Jahrhundert der Stadtsitz der Offenbacher Fabrikantenfamilie Bernard. Im Herrenhaus befinden sich heute das Standesamt, die Stadtbibliothek und das Klingspor-Museum. Räumlichkeiten des repräsentativen Anwesens lassen sich für verschiedene Zwecke von der Stadt anmieten.

Weitere historistische Gebäude befinden sich im weitestgehend geschlossen erhaltenen Viertel Westend entlang und südlich der westlichen Frankfurter Straße. Sehenswert ist der Altbau des Leibniz-Gymnasiums in der Parkstraße sowie einige kleinere Betonbauten einer Musterausstellung aus dem späten 19. Jahrhundert im angrenzenden Dreieich-Park.

Ein wichtiger neobarocker Sakralbau ist die katholische Pfarrkirche St. Marien in der Bieberer Straße. Das dreischiffige Bauwerk, das barockes Gepräge mit deutlichen Akzenten des Jugendstils verbindet, wurde 1911 bis 1913 nach Plänen des Mainzer Dombaumeisters Ludwig Becker errichtet. Nach strukturellen Schäden durch den Bau der S-Bahn wurde die Kirche in den letzten Jahren komplett renoviert. Das Marienviertel, südlich der Kirche ist eines der typischen Gründerzeitquartiere, die den Rand des Stadtzentrums prägen.

So auch am 1873 errichteten Hauptbahnhof. Dieser lag damals weit außerhalb der damaligen Siedlungsgrenze, die mehrstöckigen Mietshäuser der Gründerzeit erstreckten sich anfangs nördlich davon (insbesondere in der Kaiserstraße, Mittelseestraße, der östlichen Bismarckstraße ua.) später auch südlich der Bahnlinie (Marienstraße). In der Luisenstraße befindet sich ein Mietshaus das durch eine stark florale Jugendstilfassade auffällt.


- -> Architektur des 20. Jahrhunderts

Cinemaxx.jpg

Offenbacher Cinemaxx

Hugo Eberhardt, Architekt und Gründer des Deutsches Ledermuseums, hat zu Beginn des Jahrhunderts in Offenbach einige Gebäude errichtet: das Verwaltungsgebäude der Heyne Fabrik, die AOK, und die Gebäude der Technischen Lehranstalt, heutige Hochschule für Gestaltung. Sie sind bedeutende Zeugnisse des Übergangs zur Moderne.

Die bekannteste Neuplanung nach dem 2. Weltkrieg in Offenbach ist die als Ost-West-Achse angelegte Berliner Straße. Anfangs eine vierspurige Straße mit Stadtautobahncharakter, wurde die Straße nach Beendigung des S-Bahn-Baus zu einer Allee umgebaut. Es entstanden auch neue Gebäude, wie z.B. das Cinemaxx und diverse Geschäftshäuser.

Darüber hinaus gibt es eine Reihe von Einzelbauten, die von überragender Qualität sind und bereits zu ihrer Bauzeit geschätzt wurden, dazu zählen allem voran die öffentlichen Bauten des Architekten Adolf Bayer (Rudolf-Koch-Schule, Bundesmonopolverwaltung, Beethovenschule u.a.). Der als Stadtbaurat angeworbene Architekt realisierte hier sehr abwechslungsreiche Bauten, die in den vom Aufbaucharakter geprägten 1950er Jahren eine Ausnahme darstellten.

Novotny Mähner Assoziierte.jpg

N+M Haus

Auch Stararchitekten wie Sepp Ruf (Kirche Dreifaltigkeit, St. Peter) oder Egon Eiermann (Atriumhäuser im Stadtteil Lauterborn) bauten in der Stadt. Das 1971 eröffnete und 70 Meter hohe Rathaus ist ebenfalls ein Baudenkmal, es steht als gelungenes Beispiel von Sichtbetonarchitektur in der Hessischen Denkmalschutzliste.

Heute ist das architektonische Erbe der Nachkriegszeit allgemein gefährdet, wichtige Zeugnisse wurden schon abgebrochen, wie zum Beispiel das ehemalige Gebäude des Deutschen Wetterdienstes (Entwurf: Paul Friedrich Posenenske) oder durch Sanierungen und Modernisierungen gestalterisch entwertet, wie das Polizeipräsidium am Dreieich-Park oder der früheren Sitz der IHK am Platz der Deutschen Einheit.

In Offenbach ist auch das Architekturbüro Novotny Mähner Assoziierte (N+M) ansässig, das vor allem durch Hochhausprojekte bekannt wurde. In Offenbach realisierte N+M, das N+M-Haus, den City Tower und den Justizkomplex.


- -> Grünflächen

Leonhard-Eißnert-Park 4.jpg

Leonhard-Eißnert-Park

Offenbach verfügt über ausgedehnte Grünflächen. Als Parkanlagen sind hier der Büsing-Park, der angrenzende Lili-Park, der Dreieich-Park, der Leonhard-Eißnert-Park am Bieberer Berg sowie der Schlosspark Rumpenheim zu nennen. Im Dreieich-Park sind die ältesten Deutschen Betonbauten vorhanden, die erst kürzlich renoviert worden sind.

Der „Offenbacher Grüngürtel“ verbindet einige Parkanlagen mit einem Radweg, dieser gehört teilweise auch zum „Pfad der Industriekultur“ auf der Trasse einer stillgelegten Industriebahn.

Als Grünfläche im weitesten Sinne kann auch das Mainufer gelten. Es ist von Frankfurt im Westen bis zum Stadtteil Rumpenheim durchgehend für Fußgänger und Radfahrer befahrbar. Der Mainbogen ist eine artenreiche Auenlandschaft.

Gewässer Bearbeiten

Fließgewässer:

Bäche bzw. Gräben Offenbachs:

  • Bieber
  • Hainbach
  • Buchhügelgraben
  • Buchraingraben
  • Oberhorstgraben
  • Wildhofsbach
  • Grenzgraben
  • Kuhmühlgraben

Stillgewässer Offenbachs:

  • Oberhorstweiher
  • Entensee
  • Buchrainweiher
  • Biebernsee
  • Schultheisweiher


Einwohnerentwicklung Bearbeiten

OF Statistik 2008.png

Einwohnerstatistik 2008
Anteil Deutsche / Nichtdeutsche
Frauenanteil in der Bevölkerung

1875 hatte Offenbach etwa 25.000 Einwohner, bis 1900 verdoppelte sich diese Zahl auf 50.000. Am 18. August 1954 überschritt die Einwohnerzahl der Stadt die Grenze von 100.000. 1972 erreichte die Bevölkerungszahl der Stadt mit 121.283 ihren historischen Höchststand. Ende März 2007 lebten in Offenbach 117.224 Menschen mit Hauptwohnsitz.

Der Anteil der nichtdeutschen Bevölkerung an der Gesamtbevölkerung betrug im März 2007 nach Angaben der Stadtverwaltung 30,1 % (35.326 Personen) Die meisten Ausländer kamen aus der Türkei (7.193), Italien (3.916), Griechenland (3.610), Serbien und Montenegro (3.156), Kroatien (1.905), Polen (1.769), Marokko (1.628) sowie Bosnien und Herzegowina (1.357). Offenbach hat prozentual die höchste Rate an Ausländern aller deutschen Städte (Quelle: Die Zeit 05/06) und liegt knapp vor Stuttgart und Frankfurt.

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1833 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. Die Angaben beziehen sich ab 1843 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1843 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.

Jahr Einwohner
1540 480
1685 600
1718 1.500
1800 5.000
1816 6.210
1825 7.147
1828 7.466
1830 7.498
1. Dezember 1834 ¹ 9.433
1. Dezember 1840 ¹ 9.597
3. Dezember 1843 ¹ 9.883
3. Dezember 1846 ¹ 11.565
3. Dezember 1852 ¹ 11.087
3. Dezember 1855 ¹ 13.724
3. Dezember 1861 ¹ 16.708
3. Dezember 1864 ¹ 19.390
Jahr Einwohner
3. Dezember 1867 ¹ 20.322
1. Dezember 1871 ¹ 22.689
1. Dezember 1875 ¹ 26.012
1. Dezember 1880 ¹ 28.597
1. Dezember 1885 ¹ 31.704
1. Dezember 1890 ¹ 35.064
2. Dezember 1895 ¹ 39.388
1. Dezember 1900 ¹ 50.468
1. Dezember 1905 ¹ 59.765
1. Dezember 1910 ¹ 75.583
1. Dezember 1916 ¹ 67.197
5. Dezember 1917 ¹ 67.483
8. Oktober 1919 ¹ 75.380
16. Juni 1925 ¹ 79.362
16. Juni 1933 ¹ 81.329
17. Mai 1939 ¹ 85.140
Jahr Einwohner
31. Dezember 1945 70.600
29. Oktober 1946 ¹ 75.479
13. September 1950 ¹ 89.030
25. September 1956 ¹ 104.283
6. Juni 1961 ¹ 116.195
31. Dezember 1965 117.893
27. Mai 1970 ¹ 117.306
31. Dezember 1975 115.251
31. Dezember 1980 110.993
31. Dezember 1985 107.090
25. Mai 1987 ¹ 111.386
31. Dezember 1990 114.992
31. Dezember 1995 116.533
31. Dezember 2000 117.535
30. September 2005 119.833
31. März 2007 117.224
31. Dezember 2007 118.245
31. Dezember 2008 118.108

¹ Volkszählungsergebnis

Einwohner Stadtkreis Offenbach Bearbeiten

aus Deutsche Verwaltungsgeschichte

  • 28.449 (1880)
  • 31.528 (1885)
  • 35.064 (1890)
  • 79.362 (1925), davon 45.019 Evangelische, 27.327 Katholiken, 766 sonstige Christen, 1.682 Juden
  • 81.329 (1933), davon 42.967 Evangelische, 26.720 Katholiken, 486 sonstige Christen, 1.435 Juden
  • 85.128 (1939), davon 42.258 Evangelische, 29.458 Katholiken, 1.794 sonstige Christen, 568 Juden
  • 89.030 (1950)
  • 113.000 (1960), davon 17.100 Vertriebene
  • 118.800 (1969)
  • 111.200 (1980)
  • 114.700 (1990)

Religionsgemeinschaften Bearbeiten

Offenbach gehörte vor der Reformation zum Erzbistum Mainz. Graf Reinhard von Isenburg führte nach 1542 die Reformation nach lutherischem Bekenntnis ein, doch setzte sich ab 1592 das reformierte Bekenntnis durch. Die Stadt blieb danach über viele Jahrhunderte eine reformierte Stadt. Ab 1734 wurde es den lutherischen Gemeindemitgliedern wieder gestattet, Gottesdienste abzuhalten. Nach dem Übergang an das Großherzogtum Hessen (Evangelische Landeskirche in Hessen) erfolgte 1848 eine Union zwischen den reformierten und lutherischen Gemeinden. Die Gemeinden gehörten dann zur Superintendentur Starkenburg mit Sitz in Darmstadt. Später wurde Offenbach Sitz einer eigenständigen Propstei Nord-Starkenburg und schließlich wurde das Gebiet Teil der Propstei Rhein-Main innerhalb der heutigen Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Hier gehören die Kirchengemeinden der Stadt Offenbach zum Dekanat Offenbach.

Römisch-katholische Gemeindeglieder zogen spätestens im 18. Jahrhundert wieder in die Stadt. Ihnen wurde es ab 1798 gestattet, wieder Gottesdienste abzuhalten, doch erhielten sie erst 1825 vollständige Religionsfreiheit. Um 1900 betrug der Anteil der katholischen Bevölkerung der Stadt etwa 30 Prozent. Dieses Verhältnis veränderte sich spätestens nach Eingemeindung der überwiegend katholischen Nachbargemeinden Bieber und Bürgel in den 1930er Jahren. Die Pfarrgemeinden der Stadt gehören zum Dekanat Offenbach innerhalb der Diözese Mainz.

Die jüdische Gemeinde Offenbachs hatte im 19. Jahrhundert ungefähr 1.000 Mitglieder, im Jahre 1939 noch etwa 550. Nachdem zunächst jüdische Familienväter in Konzentrationslager verschleppt worden waren, wurden ihre Familienangehörigen unter unmenschlichen Bedingungen in ein Haus in der Offenbacher Domstraße, in dem sich heute das Arbeitsamt befindet, zwangseingewiesen. Die meisten wurden anschließend deportiert und umgebracht. Nach 1945 bildete sich wieder eine kleine jüdische Gemeinde. Heute leben knapp 1.000 Juden in Offenbach. Die Synagoge, 1916 erbaut, wurde während der Novemberpogrome 1938 verwüstet und später als Kinosaal benutzt. Nach dem Krieg wurde daraus das Stadttheater Offenbachs. Zwischenzeitlich fand das Gebäude Nutzung als Spielstätte für ein Musical, derzeit wird es z. B. für Konzerte genutzt und kann für Veranstaltungen angemietet werden. Die neue Synagoge und das jüdische Gemeindezentrum liegen heute gegenüber der ehemaligen Synagoge.

Die Frei-religiöse Gemeinde Offenbach am Schillerplatz besteht seit 1845 und zählt 2007 etwa 1.700 Mitglieder. Sie ist als Deutsch-Katholische Gemeinde von Joseph Pirazzi gegründet worden. Lorenz Diefenbach wirkte in den frühen Jahren federführend mit. Die Gemeinde ist Mitglied im Bund Freireligiöser Gemeinden Deutschlands (BFGD) und über diesen in der International Association for Religious Freedom (IARF). Sie betreibt seit September 2006 den einzigen freireligiösen Kindergarten in Deutschland.

Die griechisch-orthodoxe Gemeinde im Stadtteil Tempelsee hat viele Mitglieder. Offenbach ist die deutsche Großstadt mit dem höchsten Anteil griechisch-orthodoxer Bewohner.

Die Alt-Katholische Gemeinde Offenbach besteht seit 1873. Damals verfassten die Mitglieder des Offenbacher (Alt-)Katholikenvereins eine „Constitution“, in welcher sie feierlich das Dogma von der Unfehlbarkeit und der Universaljurisdiktion des Papstes zurückwiesen und sich zugleich als Katholiken bekannten, die ihrem alten Glauben treu bleiben wollten.

Diese Konstitution, in der auch das Recht auf Gemeindebildung, auf Abhaltung von Gottesdiensten und Anstellung von Geistlichen festgeschrieben wurde, ist das eigentliche Gründungsdokument der alt-katholischen Gemeinde Offenbach. Wer dieses Dokument unterschrieb – die Unterschriften wurden vom Bürgermeisteramt gegengezeichnet und gesiegelt – war von da an Mitglied dieser Gemeinde. Unter den ersten Unterschriften sind sehr viele Alt-Offenbacher Namen. 1874 wurde von der großherzoglichen Regierung in Darmstadt die offizielle Errichtung einer „alt-katholischen Pfarrei in Offenbach und Bieber mit dem Sitze in Offenbach“ (Otto-Steinwachs-Weg) genehmigt.

Ferner ist in Offenbach auch die Neuapostolische Kirche vertreten. Die Gemeinde besteht seit 1906. Zwischenzeitlich existierte eine weitere Gemeinde im Stadtteil Bürgel, die jedoch wieder in die Hauptgemeinde in der Stadtmitte integriert wurde.

Die jüngste Kirchengemeinde in der Stadt ist die Freie evangelische Gemeinde Offenbach. Sie gehört als Freikirche dem Bund FeG an. Jeden 1., 2. und 3. Sonntag im Monat feiern sie ihre Gottesdienste im Offenbacher CinemaxX.

Die Stadtmission Offenbach e. V. gibt es seit fast 100 Jahren in Offenbach. Das Angebot der Stadtmission Offenbach umfasst neben dem Gottesdienst mit Kinderbetreuung Angebote für alle Altersklassen. Die Jugendarbeit der Stadtmission Offenbach ist im Entschieden für Christus organisiert. Als Landeskirchliche Gemeinschaft ist die Stadtmission ein freies Werk innerhalb der evangelischen Landeskirche, siehe auch Gnadauer Verband.

Entsprechend dem hohem Anteil an Bevölkerung mit Migrationshintergrund in der Stadt sind auch einige muslimische Gemeinschaften vertreten. Es existieren sieben Vereine und eine Gemeinschaft der Aleviten. Die Dschame-Moschee (Versammlungsmoschee) gehört zur Ahmadiyya Muslim Dschamaat.


Politik und Verwaltung Bearbeiten

Als traditionelle Arbeiterstadt galt Offenbach immer als „rote Hochburg“. Demzufolge regierte lediglich 1977 bis 1985 eine Koalition aus Christlich Demokratische Union Deutschlands|CDU und Freie Demokratische Partei|FDP (mit Walter Suermann, CDU, als Oberbürgermeister und Ferdinand Walther, FDP, als Kulturdezernent). Nachdem die Koalition aus Sozialdemokratische Partei Deutschlands|SPD, Bündnis 90/Die Grünen|Grünen und Freien Wählern bei den Wahlen 2006 ihre Mehrheit verlor, regiert jetzt eine Koalition aus SPD, Grünen und FDP. Die von der FDP gewünschte Koalition mit der Union hatte ebenfalls keine Mehrheit erreicht. Der Magistrat bildet die „Regierung der Stadt“. Dieser besteht aus dem Oberbürgermeister, einem hauptamtlichen Ersten Beigeordneten mit der Amtsbezeichnung Bürgermeister, zwei weiteren hauptamtlichen Beigeordneten sowie sechs ehrenamtlichen Beigeordneten mit der Amtsbezeichnung „Stadtrat“. Bis 1874 gab es in Offenbach nur einen ehrenamtlichen Bürgermeister, ab 1887 erhielt das Stadtoberhaupt die Bezeichnung Oberbürgermeister.


- -> siehe auch: Bürgermeister und Oberbürgermeister von Offenbach


Parteien und Fraktionen
In der Offenbacher Stadtverordnetenversammlung sind folgende Parteien vertreten: CDU (Fraktionsvorsitzender: Peter Freier), SPD (Fraktionsvorsitzender: Stephan Färber), Grüne (Fraktionsvorsitzender: Peter Schneider), FDP (Fraktionsvorsitzender: Oliver Stirböck), Linke (Fraktionsvorsitzende: Lydia Pfaff), Republikaner (Fraktionsvorsitzender: Hans-Joachim Münd), Freie Wähler Offenbach (Fraktionsvorsitzender: Dieter Jahn) und Tierschutzpartei (Lucia Gerharz).


Wappen
Das Wappen der Stadt Offenbach am Main zeigt in Blau einen bewurzelten silbernen Eichbaum mit fünf silbernen Eicheln. Die Stadtfarben sind weiß-blau. Der Eichbaum symbolisiert den alten Reichsforst Dreieich, zu dem das Stadtgebiet gehörte.


Städtepartnerschaften

  • Puteaux, Frankreich seit 1955
  • Velletri, Italien seit 1957
  • Esch-sur-Alzette, Luxemburg seit 1956
  • Kawagoe, Japan seit 1983
  • Mödling, Österreich seit 1956
  • Nicaragua seit 1988
  • Saint-Gilles/Sint-Gillis, Belgien seit 1956
  • Orjol – auch Orel, Russland seit 1988
  • London Borough of Tower Hamlets|Tower Hamlets, Großbritannien seit 1956
  • Koszeg, Ungarn seit 1995
  • Groß-Belgrad: Zemun, Serbien seit 1956
  • Yangzhou, Volksrepublik China seit 1997


Städtefreundschaft:

  • Nahariya, Israel seit den 1960er Jahren

Wirtschaft Bearbeiten

--> siehe auch: Industriegeschichte Offenbach

Die Offenbacher Wirtschaft war stets sehr breit aufgestellt und nie von einigen wenigen Großunternehmen geprägt. Die Einwanderung von Hugenotten und die Gewerbefreiheit an den Toren der freien Reichsstadt Frankfurt brachte einen wirtschaftlichen Aufschwung getragen von mittelständischen Unternehmen. Trotzdem hatte Offenbach bereits in den 1970er Jahren mit einer Rezession zu kämpfen, da die großen Bereiche Elektroindustrie und Lederwaren als eine der ersten nach Fernost abwanderten. Die Wende kam mit der Ansiedelung von Dienstleistungsbetrieben, die zumeist aus dem Finanz- und Automobilbereich stammen. Frühere Industrieunternehmen haben oft aufgrund der guten Lage ihren Verwaltungssitz in Offenbach belassen. Offenbach weist eine hohe Dichte von Designbüros im Bereich Grafik und Industriedesign auf. Dies hängt zum einen mit der Hochschule HfG zusammen, zum anderen auch mit der Tradition als Zentrum der Typographie und den günstigen Bedingungen für Jungunternehmer.


Unternehmen Industrie
Aus der Vielzahl der Industriebetrieben sind einige größere in Offenbach geblieben, diese Anzahl ist seit etwa 10 Jahre konstant und umfasst etwa MAN Roland Druckmaschinen, Schramm-Coatings, CLOU-Holzlacke, Danfoss und die Seifenfabrik Kappus. Die Farbwerke Oehler in Offenbach war lange Zeit ein bedeutender Standort der Hoechst AG für die Herstellung von Farbstoffen und Polyesterfasern sowie ihren Vorprodukten. Heute gehört das Werk der Firma AllessaChemie, (während die Produktion des Flaschenrohstoffs PET inzwischen von dem amerikanischen Unternehmen Invista Resins and Fibers GmbH betrieben wird).

Ihren Verwaltungssitz in Offenbach haben Honeywell Deutschland, Siemens Power Generation, Areva und weiterhin Rowenta sowie der Mode- und Lifestylekonzern Goldpfeil.

Die Energieversorgung Offenbach gehört heute zur Mannheimer MVV Energie AG. Sie versorgt über 160.000 Kunden und betreibt u. a. ein Müllheizkraftwerk, in dem mehr als 200.000 Tonnen Abfall jährlich verbrannt werden.


Unternehmen Dienstleistungen
Das Zentrum Offenbachs liegt näher an Frankfurt als viele Stadtteile der Nachbarstadt, im westlichen Stadtteil Kaiserlei, sowie nach dem S-Bahn Bau siedelten sich Banken, Versicherungen und Unternehmensberatungen mit Verwaltungssitzen oder Abteilungen in Offenbach an, so etwa die BHF-Bank, UBS und Capgemini.

Die Stadt versucht, mit der von ihr gegründeten Gemeinnützigen Offenbacher Ausbildungs- und Beschäftigungsgesellschaft (Goab) den Wandel von der Industrie- zur Dienstleistungsmetropole mit einer aktiven Arbeitsmarktpolitik zu begleiten, allerdings hinterläßt die Tatsache, daß sich das Unternehmen zu 50 Prozent aus dem Erlös der Arbeit von Ein-Euro-Jobbern finanziert, einen faden Beigeschmack.

Zitat Johannes Günther von der Linksfraktion: Man könne auch sagen, "dass die Ein-Euro-Jobber die Gehälter des gesamten Stammpersonals erwirtschaften", sagt Günther, wohl wissend, dass ein solcher Vergleich betriebswirtschaftlich nicht zulässig ist. Aus all dem zieht die Linke den Schluss, dass die Goab und ähnliche Gesellschaften "ohne die Leistung der zur Arbeit Zwangsverpflichteten gar nicht existierten". ±


Automobilhersteller
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Automobilindustrie. So befindet sich die Nord-Europa Zentrale sowie die Entwicklungs- und Designabteilung des Automobilhersteller Honda, ebenso die Europazentrale des koreanischen Automobilherstellers Hyundai, die Deutschlandzentrale der Deltec International Courier GmbH und die Verwaltung des koreanischen Reifenherstellers Kumho in Offenbach. Vor den Toren der Stadt, in näherer Umgebung, sitzen zudem noch zahlreiche andere Automobilhersteller wie Opel, Fiat, Kia und Jaguar.


Einzelhandel

Ringcenter .JPG

Ring Center

Die zentralen Offenbacher Einkaufsstraßen sind die Frankfurter Straße und die parallel verlaufende Große Marktstraße. Wenige hundert Meter östlich liegt der Wilhelmsplatz mit Feinkostgeschäften. An diesem findet auch der bekannte Wochenmarkt statt.

Der Marktplatz hingegen ist nur ein Platz in Zentrum, nach dem auch die S-Bahn Station benannt ist. Gegenwärtig entsteht am Aliceplatz ein großes Einkaufszentrum.

An den südlichen Ausfallstraße Waldstraße und Sprendlinger Landstraße (sowie an dem diese verbindenden Odenwaldring) befinden sich hauptsächlich Filialgeschäfte wie Supermärkte und Autohäuser, sowie das Ringcenter.


Behörden und Gesundheitswesen
Zwei Behörden haben ihren Sitz in Offenbach, der Deutsche Wetterdienst und die Bundesmonopolverwaltung für Branntwein als Bundesbehörde.

Feuerwehr Offenbach.jpg

Feuerwehr

Offenbach verfügt über mehrere Kliniken. Das „Ketteler Krankenhaus“ mit 248 Betten sowie das „Klinikum Offenbach“ mit rund 1.000 Betten, das als Akademisches Lehrkrankenhaus der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt fungiert, sind überregional bekannt und dienen der medizinischen Versorgung der Bevölkerung der Stadt als auch des Landkreises Offenbach. Das Klinikum Offenbach erhält bis Ende 2009 einen Neubau für rund 140 Mio €. Die „Klinik Frühauf“ mit 36 Betten ist ein homöopathisches Krankenhaus sowie eine internistische Privatklinik. Die AOK hat ihre Kreisverwaltung in Offenbach.

Die Feuerwehr Offenbach besteht aus einer Berufsfeuerwehr, drei Freiwilligen Feuerwehren und einer Jugendfeuerwehr.

Neben dem Polizeipräsidium Südosthessen in der Geleitsstraße verfügt Offenbach ferner über drei Polizeireviere.

Infrastruktur Bearbeiten

Bild:Kaiserleibruecke Frankfurt.JPG|thumb|Die Kaiserleibrücke der A661 Bild:Carl-ulrich-brücke003.jpg|thumb|Die Carl-Ulrich-Brücke verbindet Offenbach mit Frankfurt-Fechenheim Bild:Diba bahnhof offenbach 06.jpg|thumb|Offenbach (Main) Hauptbahnhof|Der Hauptbahnhof Bild:S-Bahnhof Offenbach-Kaiserlei.jpg|thumb|Station Marktplatz im City-Tunnel (Offenbach)

- -> Straßenverkehr
Die wichtigsten innerstädtischen Hauptstraßen sind die Kaiserstraße, die Frankfurter Straße, die Berliner Straße, die Mainstraße, die Waldstraße und die aus Taunus-, Odenwald-, Spessartring und Rhönstraße bestehende südliche Ringstraße. Wichtige Ausfallstraßen sind die Sprendlinger Landstraße (nach Südwesten), die Bieberer Straße (nach Südosten) und die Mühlheimer Straße (nach Nordosten).

Die Carl-Ulrich-Brücke verbindet die Kaiserstraße mit Frankfurt-Fechenheim, die Rumpenheimer Fähre den Offenbacher Stadtteil Rumpenheim mit Maintal-Bischofsheim.

Im Süden der Stadt führt die A3 vorbei, die am Offenbacher Kreuz auf die im Westen der Stadt gelegene A661 trifft. Ferner führen die Bundesstraßen B43, B46 und B448 durch das Stadtgebiet.


- -> Schienenverkehr und ÖPNV
Durch Offenbach führt die Eisenbahnlinie Frankfurt-Bebra, diese wird im inneren Stadtbereich als Hochtrasse geführt. Hier liegt auch der Offenbach (Main) Hauptbahnhof|Offenbacher Hauptbahnhof, welcher seine Bedeutung für den Fernverkehr weitestgehend eingebüßt hat. Lediglich drei[4] InterCity|IC-Verbindungen der Deutschen Bahn halten in Offenbach. Im schienengebundenen Öffentlicher Personennahverkehr|Nahverkehr wird Offenbach von Regionalzügen der Deutsche Bahn AG|Deutschen Bahn sowie der VIAS GmbH (Odenwaldbahn) und den Liste der Linien der S-Bahn Rhein-Main|Linien S1, S2, S8 und S9 der S-Bahn Rhein-Main bedient. Bis auf einzelne am Hauptbahnhof beginnende oder endende Fahrten der S2 im Berufsverkehr findet der gesamte City-Tunnel auf einer eigens erbauten Tunnelstrecke statt.


- -> Bahnhöfe
In Offenbach am Main existieren sieben Bahnhöfe und Haltepunkte, davon ein Regional- und S-Bahnhof und sechs weitere reine S-Bahnhöfe.

Die Bahnhöfe liegen an der Frankfurt-Bebraer Eisenbahn/Kinzigtalbahn im City-Tunnel sowie an der Rodgaubahn.

Farbcode
S-Bahnhof Regionalbahnhof
Name Stadtteil Gattung*
Offenbach-Bieber Bieber 15px Haltepunkt
Offenbach Hauptbahnhof Offenbach Zentrum RE
Offenbach-Kaiserlei Kaiserlei 15px Bahnhof
Offenbach-Ledermuseum Offenbach Zentrum 15px Bahnhof
Offenbach-Marktplatz Offenbach Zentrum 15px Bahnhof
Offenbach Ost Offenbach Ost 15px Bahnhof
Offenbach-Waldhof Offenbach-Waldhof 15px Haltepunkt

* Haltepunkt oder Bahnhof bedienende Zuggattung

Es ist ein weiterer S-Bahnhof in Offenbach-Rumpenheim|Waldheim in Planung.


- -> Busse
In Offenbach verkehren Regionalbusse der Regionalverkehr Kurhessen GmbH (RKH) sowie die Stadtbusse der Offenbacher Verkehrsbetriebe GmbH (OVB). Es besteht eine lokale Nahverkersorganisation (LNO). Sie bündelt den Stadtverkehr unter der Dachmarke "Nahverkehr in Offenbach" (NiO). Alle Schienen- und Bus-Linien im Stadtgebiet sind zu einheitlichen Preisen innerhalb des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) zu benutzen.

Von 1951 bis 1972 verkehrten in Offenbach auch Oberleitungsbusse. Der heutige Nahverkehr in Offenbach am Main verlässt sich ganz auf den Dieselbus.


- -> Straßenbahn
Bild:Offenbach Stadtgrenze.jpg|thumb|Die Straßenbahn an der Stadtgrenze In Offenbach verkehrte eine der ersten Straßenbahn|elektrischen Straßenbahnen der Welt. Die 1884 eröffnete Strecke der Frankfurt-Offenbacher Trambahn-Gesellschaft (FOTG) führte von der Alten Brücke in Sachsenhausen über Oberrad und die Frankfurter Straße zum Offenbacher Marktplatz. Ab 1906 hatte Offenbach eine Straßenbahn Offenbach|Städtische Straßenbahn mit drei Linien. 1967 wurde die letzte innerstädtische Linie stillgelegt, 1996 wurde die von der Frankfurter Straßenbahn betriebene Linie 16 aus dem Zentrum Offenbachs verbannt. Diese endet seitdem an der Stadtgrenze, wo Anschluss an Buslinien besteht.


- -> Fahrradverleih
In Zusammenarbeit mit NIO und der Stadt Offenbach bietet Fahrradverleih#Nextbike|Nextbike einen Fahrradverleih an. Die Verleihstationen sind Kaiserlei, Marktplatz/Rathaus, Frankfurter-/Kaiserstraße, Hauptbahnhof und Ostbahnhof.


- -> Güterverkehr und Binnenschiffahrt
Bild:Offenbach_Hafen_Juli06.jpg|thumb|Der Offenbacher Hafen, im Hintergrund die Frankfurter Skyline Seit dem Sommerfahrplan 2005 wird der im Osten an der Fernbahn gelegene Offenbach (Main) Güterbahnhof|Offenbacher Güterbahnhof wieder rege genutzt. Der Güterbahnhof wurde an seiner heutigen Stelle 1919 dem Verkehr übergeben. In der Zeit von 1873 bis 1919 lag der Güterbahnhof direkt neben dem Offenbacher Hauptbahnhof (Personenbahnhof).

In der Binnenschifffahrt ist Offenbach über den Main und den Rhein mit den wichtigen Industrieregionen in Nordrhein-Westfalen und den Niederlanden und über den Main-Donau-Kanal mit dem südöstlichen Mitteleuropa verbunden. Der Hafen hat jedoch nur noch marginale Bedeutung; große Geländeteile liegen brach. Hier soll ab 2007 ein neuer Stadtteil zum Wohnen und Arbeiten entstehen. Unter Binnenschiffern beliebt ist der Anlegeplatz am Mainufer in Höhe des Isenburger Schlosses, da dieser nahe der Innenstadt liegt.


Kultur und Sehenswürdigkeiten Bearbeiten

Das kulturelle Angebot in Offenbach ist durch die Nähe zu Frankfurt geprägt, so findet etwa gemeinsam die „Nacht der Museen“ statt. Das Capitol, ehemals die Synagoge, die angrenzende Messe und die Stadthalle sind die wichtigsten Veranstaltungsorte. Im Umfeld der Hochschule für Gestaltung finden viele Veranstaltungen statt, die von kleinen Vernissagen (etwa in der „Fahrradhalle“ oder im „Hafen 2“) bis hin zu großen Veranstaltungen, wie die Crossmedianight und dem Festival der jungen Talente reichen.


- -> Theater
In Offenbach gibt es mehrere kleine Bühnen für Varieté und Kleinkunst sowie mehrere Veranstaltungshallen wie z. B. das Capitol, die Stadthalle oder der Hugo Eberhardt Saal im Ledermuseum, in denen auch Theateraufführungen stattfinden. Tradition in der Offenbacher Theaterlandschaft hat der 1911 gegründete „Theaterclub Elmar“, aus dem auch Kai Frederic Schrickel (Stadtklinik) hevorging.


- -> Museen

Deutsches Ledermuseum.jpg

Deutsches Ledermuseum

Das Deutsche Ledermuseum mit dem angegliederten Deutschen Schuhmuseum beherbergt wechselnde Ausstellungen über das Lederhandwerk in Offenbach und der ganzen Welt.

Das Klingspor-Museum bietet internationale Buch- und Schriftkunst. Grundstock des Museums ist die Sammlung von Dr. Karl Klingspor und des 1938 nach New York emigrierten Offenbachers Siegfried Guggenheim|Dr. Siegfried Guggenheim. Es besitzt Bestände zur Geschichte des Buchdrucks, der Buchillustration und vor allem der Typografie. Das Museum besitzt unter anderem die Nachlässe von Rudolf Koch (Schriftkünstler)|Rudolf Koch (dem Entwickler der Offenbacher Schrift), Otto Reichert, Heinrich Jost sowie das Manuale Tipografico von Giambattista Bodoni|Bodoni und Arbeiten von Peter Behrens.

Das Haus der Stadtgeschichte, hervorgegangen aus dem Stadtmuseum und dem Stadtarchiv, zeigt die historische Entwicklung der Stadt Offenbach. Schwerpunkte sind die Offenbacher Manufakturen, die Hugenotten und der Buchdruck. Hier ist auch das Bieberer Amulett ausgestellt

Jüngst hat das Rosenheim-Museum als Museum für zeitgenössische Kunst eröffnet. Es trägt den Namen des in Offenbach geborenen Künstlers Bernd Rosenheim und zeigt Malerei, Skulptur und Grafik. Gezeigt werden nicht nur Werke Rosenheims, sondern auch andere Zeitgenossen sowie der Kunstpreis der Bernd-Rosenheim-Stiftung, die das Museum trägt.


- -> Regelmäßige Veranstaltungen

  • Internationale Lederwarenmesse
  • Nacht der Museen (gemeinsam mit Frankfurt)
  • Mainuferfest
  • Cross Media Night / FilmNacht an der HfG Offenbach
  • Offenbacher Woche
  • August: Lichterfest im Büsing-Park
  • Erstes Wochenende im September: Kinderfest im Leonhard-Eißnert-Park


Bildung Bearbeiten

Offenbach am Main hat keine Universität, aber mit der Hochschule für Gestaltung Offenbach am Main|Hochschule für Gestaltung eine Kunsthochschule. Sie wurde bereits 1832 gegründet und erlangte 1970 den Status einer Hochschule. Es gibt zwei Fachbereiche: Visuelle Kommunikation und Produktgestaltung. Seit 2006 ist Offenbach auch Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie|VWA-Standort (Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie). Primär werden an der VWA Offenbach im Klinikum Offenbach betriebswirtschaftliche Studiengänge für Berufstätige angeboten.


Sport Bearbeiten

Der größte Fußballverein in Offenbach ist Kickers Offenbach (OFC). Der heutige Drittligist bestreitet seine Heimspiele im Stadion am Bieberer Berg (ca. 24.900 Plätze). Der Verein gehörte sieben Jahre (1968/69, 1970/71, 1972–76 und 1983/84) der Fußball-Bundesliga an, gewann 1970 den DFB-Pokal und wurde Deutscher Meister 1950 und 1959 Zweiter der Deutschen Fußballmeisterschaft.

Das Waldschwimmbad des Ersten Offenbacher Schwimmclubs (EOSC) auf der Rosenhöhe ist besonders im Sommer sehr beliebt.


- -> siehe auch: Bieberer Berg (Stadion)

Medien Bearbeiten

In Offenbach am Main erscheint die Tageszeitung Offenbach-Post. Der regionale Bürgerfernsehsender „Offener Kanal Offenbach-Frankfurt“ sendet aus Offenbach ins Kabelnetz.


Skurriles Bearbeiten

- -> Rivalität zwischen Offenbach und Frankfurt
Wie zwischen vielen benachbarten Städten besteht von jeher auch zwischen Frankfurt und Offenbach am Main eine gutnachbarliche Rivalität, die ihren Ausdruck u. a. in zahlreichen Witzen über die Bewohner der jeweils anderen Stadt findet.

Hintergrund ist hier, dass die beiden Städte Frankfurt und Offenbach unterschiedlicher nicht sein können. Bereits seit dem Mittelalter bestanden Territorialkonflikte zwischen der Reichsstadt Frankfurt und ihren Nachbarstaaten. Nach der Reformation lagen das Luthertum|lutherische Frankfurt und das reformierte Offenbach in konfessionellen Streitigkeiten. Seit dem 18. Jahrhundert förderten die Grafschaft Isenburg|Grafen von Isenburg zudem die Ansiedlung von Manufakturen, die im bürgerlichen Frankfurt nicht erwünscht waren. Auch im 19. Jahrhundert sah sich Frankfurt als reine Handelsstadt, was weiterhin zur industriellen Verlagerung nach Offenbach führte. Erst nach der Annexion durch Preußen zog auch Frankfurt mit der Industrialisierung nach und überflügelte bald seinen Rivalen. Im 20. Jahrhundert wuchs Frankfurt vor allem durch Eingemeindungen preußischer Vororte, während Offenbach keine Ausdehnungsmöglichkeiten hatte. Bis 1945 bildete die Grenze zwischen beiden Nachbarstädten immer zugleich auch eine Landesgrenze.

Eine langjährige sportliche Rivalität pflegen die beiden Fußballvereine Kickers Offenbach und Eintracht Frankfurt sowie ihre jeweiligen Anhänger. Im Laufe der Jahre standen sich beide Mannschaften häufig in einem sogenannten Derby gegenüber, besonders häufig in den fünfziger Jahren (z. B. im Finale um die Deutscher Meister (Fußball) 1958/59|Deutsche Fußballmeisterschaft 1959), im DFB-Pokal (zuletzt DFB-Pokal 2007|2007) und in der Fußball-Bundesliga bis zum Abstieg der Kickers 1984.


- -> Streichholzkarlchen
Siehe: Artikel Streicholzkarlchen


- -> Der Maabär
Siehe: Artikel Maabär

Persönlichkeiten Bearbeiten

Siehe: Liste der Persönlichkeiten der Stadt Offenbach am Main


Einzelnachweise Bearbeiten

  1. Das Erdbeben und seine Erscheinungen - J. Bögner
  2. Vorzügliche Gasthäuser 1843
  3. Artikel der Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 28. Februar 2008
  4. Kreis-Verkehrs-Gesellschaft Offenbach


Literatur Bearbeiten

  • Helmut Hill (Hrsg.): Rumpenheim und Waldheim, Lebendige Stadtteile von Offenbach am Main. CoCon-Verlag, Hanau 2006, ISBN 3-937774-25-4
  • Hans Georg Ruppel: Geschichte der Stadt Offenbach. Neuauflage, Wartberg Verlag, ISBN 3-8313-1334-2
  • Hans Georg Ruppel, Lothar Braun: Es begann in Offenbach… Wartberg Verlag, ISBN 3-9801846-3-3
  • Ulrich Jung: Das war das 20. Jahrhundert in OF und Region. Wartberg Verlag, ISBN 3-86134-923-X
  • Alfred Kurt: Stadt + Kreis Offenbach in der Geschichte. Hg. Offenbach-Post, Bintz-Verlag, 1998, ISBN 3-87079-009-1
  • Wilfied B Sahm, Christina Uslular-Thiele: Offenbach – was für eine Stadt. Hg.: Volkshochschule Offenbach, Cocon-Verlag, 2004, ISBN 3-937774-05-X
  • Hessisches Städtebuch; Band IV 1. Teilband aus „Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte“ – Im Auftrage der Arbeitsgemeinschaft der historischen Kommissionen und mit Unterstützung des Deutschen Städtetages, des Deutschen Städtebundes und des Deutschen Gemeindetages, hrsg. von Erich Keyser, Stuttgart 1957
  • Günter Burkhard: Die Attraktoren der Armut – Eine sozialökologische Untersuchung der wohnräumlichen Verteilung von Armut in der Stadt Offenbach. Shaker-Verlag, 1998, ISBN 3-8265-2696-1


Weblinks Bearbeiten


Offenbacher Stadtteile
Website über die Stadt Offenbach am Main  http://www.offenbach.megapolis24.eu


Dieser Artikel entstammt in einer seiner Versionen der Wikipedia. (Gemäß GNU-FDL: Liste aller Autoren hier).

Störung durch Adblocker erkannt!


Wikia ist eine gebührenfreie Seite, die sich durch Werbung finanziert. Benutzer, die Adblocker einsetzen, haben eine modifizierte Ansicht der Seite.

Wikia ist nicht verfügbar, wenn du weitere Modifikationen in dem Adblocker-Programm gemacht hast. Wenn du sie entfernst, dann wird die Seite ohne Probleme geladen.

Auch bei Fandom

Zufälliges Wiki