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Offenbach Rumpenheimer Schloss.jpg

Rumpenheimer Schloss Südansicht

Das Rumpenheimer Schloss ist eine dreiflügelige Schlossanlage am Ufer des Mains in Offenbach. Es ist Wahrzeichen des gleichnamigen Offenbacher Stadtteils Rumpenheim. An die Anlage schließt sich der weitläufige Rumpenheimer Schlosspark an.



EntstehungBearbeiten

Der Kern des heutigen Schlosses geht auf ein Herrenhaus zurück, das Johann Georg Seiffert von Edelsheim, Chef der Regierung der Grafschaft Hanau, ab 1678 errichtete, nachdem er 1674 Gut und Dorf Rumpenheim von Graf Friedrich Casimir von Hanau als Lehen erhalten hatte, weil er sich große Verdienste um die finanzielle Sanierung der Grafschaft erworben hatte. Er kaufte mehrere Grundstücke am Main zu dem späteren Schlossgelände hinzu. Das Herrenhaus wurde später zum Mittelbau des Schlosses.


Hessen-Kasseler ResidenzBearbeiten

Neunzig Jahre später, 1768 – die Grafschaft Hanau-Münzenberg war inzwischen, zusammen mit Rumpenheim, nach dem Tod des letzten Hanauer Grafen Johann Reinhard III. 1736 an Hessen-Kassel gefallen – verkaufte die Familie von Edelsheim ihr Lehen für 140.000 Gulden an Prinz Karl von Hessen-Kassel. Er erweiterte das Herrenhaus 1771 zu einem fürstlichen Landsitz. Seine Mutter, Landgräfin Maria, nutzte das Schloss bis zu ihrem Tod 1772 und stattete es entsprechend aus. Ende des Jahres 1781 verkaufte Karl das Schloss seinem Bruder Friedrich III.. Dieser erweiterte das Schloss in den Jahren 1787–1788 zu einer dreiflügeligen Anlage. Anfang des 19. Jahrhunderts kamen dann noch die beiden mainseitigen Eckpavillons hinzu. Friedrich von Hessen-Kassel gestaltete bis 1839 auch die Parkanlage neu, 1840 kam ein Marstall hinzu und Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden Dienerwohnungen.

Während des 19. Jahrhunderts trafen sich im Rumpenheimer Schloss Persönlichkeiten wie der österreichische Kaiser Franz Joseph, Russlands Zar Alexander III. sowie die dänischen Könige Christian IX. und Friedrich VII. 1863 wurde hier dem Prinzen Wilhelm von Schleswig-Holstein-Glücksburg die griechische Königskrone angetragen, die er auch annahm.


VerfallBearbeiten

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Einige Jahre nach dem Preußisch-Österreichischen Krieg, der auch zum Untergang des kurhessischen Staates führte, kam es zwischen dem dort ehemals regierenden Haus und Preußen zu einem Ausgleich, der dem Privatvermögen des ehemaligen Kurhauses auch verschiedene Schlösser aus dem ehemaligen Besitz zusprach, darunter auch Schloss Philippsruhe bei Hanau.

Die Rumpenheimer Linie des Hauses Hessen zog nach dort um, so dass in den 1880 Jahren das Schloss Rumpenheim einige Zeit leer stand. Zwischenzeitlich dann noch mal genutzt, wurde es 1902 endgültig als Residenz aufgegeben, als das Schloss Friedrichshof in Kronberg aus dem Erbe der Kaiserin Victoria in die Familie gelangte und die Residenz nach dort verlegt wurde.

Nach dem Ersten Weltkrieg gelangte das Schloss in das Vermögen der Kurhessischen Hausstiftung, Vorgängerin der Hessischen Hausstiftung. Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Mittelbau des Schlosses 1943 durch Bomben beschädigt, der Dachstuhl brannte aus. Nach dem Krieg waren dort noch Flüchtlinge untergebracht.

Allerdings führte in der Folgezeit unterlassene Bauunterhaltung dazu, dass Witterungseinflüsse und Brandstiftungen der Ruine erheblich zusetzten. 1965 erwarb die Stadt Offenbach Schloss und Schlosspark.


RevitalisierungBearbeiten

1973 kam es zu einem Architektenwettbewerb, dessen Ziel der Abbruch der Ruine und eine Hochhauszeile an dieser Stelle des Mainufers war – ganz im Geist der damaligen Zeit. Dies wurde auf Druck einer Bürgerinitiative verhindert. In den 1980er Jahren kam es dann zu ersten Sicherungsmaßnahmen und die Seitenflügel des Schlosses wurden zu Wohnungen umgebaut. Der inzwischen stark zerstörte Mittelbau blieb noch längere Zeit Ruine. Erst seit 2002 präsentiert sich das Schloss wieder in seinem historischen äußeren Erscheinungsbild. In seinem Innern enthält es heute allerdings moderne Eigentumswohnungen der gehobenen Preisklasse. Seit 1999 dient das Schloss und der Schlosspark als Kulisse für einen Mittelaltermarkt im Sommer.


Literatur Bearbeiten

  • Offenbacher Geschichtsverein: Zur Geschichte der Offenbacher Vororte - Offenbacher Geschichtsblätter Nr. 20. Offenbach am Main, 1970
  • Helmut Hill (Hrsg.): Rumpenheim und Waldheim, Lebendige Stadtteile von Offenbach am Main. CoCon-Verlag, Hanau 2006, ISBN 3-937774-25-4


Weblinks Bearbeiten


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