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Der Wilhelmsplatz ist ein großer zentraler innerstädtischer Platz in Offenbach am Main.

Der Wilhelmsplatz ist umgeben von Häusern alter Bausubstanz und wird zur Straße hin durch Kastanienbäume getrennt. Er ist Standort des Wochenmarktes.


Das Gelände (11.850 m2) verfügt über ein Marktwärterhaus, ist zugänglich für Radfahrer und Fußgänger und fungiert außerhalb der Markttage als Parkplatz.


Geschichte Bearbeiten

Wilhelmsplatz
Wochenmarkt-offenbach.de3
Der Wochenmarkt nach dem Krieg

Etwa ab 1700 war der heutige Wilhelmsplatz der Friedhof der Stadt Offenbach und lag damals noch außerhalb. Als Letzter wird 1832 der Mehlhändler Johann Georg Gerhäuser begraben. Der Friedhof wurde am 14.12.1832 geschlossen, da zu diesem Zeitpunkt der größere, heutige "Alte Friedhof" in der Friedhofstraße fertig gestellt war. Ab 1864 werden alle Grabsteine nach und nach entfernt, um schließlich 1866 abgeräumt zu werden. Der Platz wird eingeebnet und als Bauland verkauft. Erster Käufer ist Jakob Mönch, dessen Sohn Karl Simon Friedrich Mönch später dort die Rosen-Apotheke eröffnet. In den Jahren ab 1868 hielt man auf dem Platz, der nun zur Unterscheidung zum eigentlichen zentralen Marktplatz den Namen „Neumarkt“ erhielt, ein Viehmarkt ab.[1]

1876 wurde zu Ehren von Kaiser Wilhelm I. ein Gedenkstein errichtet und der Platz erhielt den Namen „Wilhelmsplatz“. Die Offenbacher pflanzen zum 90. Geburtstag des Kaisers eine Eiche, die „Kaiser-Wilhelm-Eiche“, und setzen einen Gedenkstein davor. Ab 1903 verlagerte die Stadt das Marktgeschehen des Offenbacher Wochenmarktes dann vom Marktplatz auf den Wilhelmsplatz. Der Marktplatz in Offenbach verlor dadurch seine zentrale Funktion als Handelsplatz. 1911 wurde an der Nordseite das Marktwärterhaus als Unterstand für den Marktmeister errichtet. Dieses Gebäude wird heute noch in seiner ursprünglichen Form als Apfelweingaststätte genutzt und steht unter Denkmalschutz.[1]

Am Karfreitag 1919 nahm am Wilhelmsplatz der Karfreitagsputsch seine Anfänge. Kommunistische Kräfte versammelten auf dem Wilhelmsplatz bei einer Kundgebung rund 2000 Menschen. Nachdem Mitglieder der Kommunistische Partei Deutschlands die Massen aufgewiegelt hatten, zogen diese in die Bieberer Straße und versuchten, die Kaserne des 5. Großherzoglich-Hessischen Infanterie-Regimentes Nr. 168 zu stürmen.[1]

In der Zeit der Nationalsozialisten erhielt der Wilhelmsplatz den Namen „Platz der SA“. Nach Beendigung des 2. Weltkrieges führte man den alten Namen „Wilhelmsplatz“ wieder ein.[2]

Heutige Nutzung Bearbeiten

Wochenmarkt

Wochenmarkt auf dem Wilhelmsplatz

Wilhelmsplatz bei Nacht

Wilhelmsplatz bei Nacht

Wilhelmsplatz steril

Der Wilhelmsplatz nach Umbau - Sauber und steril

Kastanientod

OB Schneider lässt die Kastanien auf dem Wilhelmsplatz fällen

Dreimal in der Woche findet auf dem Wilhelmsplatz der Offenbacher Wochenmarkt statt. Außerhalb der Marktzeiten sowie an den marktfreien Tagen wird er als PKW-Parkplatz genutzt.

Mehrmals im Jahr finden auf dem Wilhelmsplatz Feierlichkeiten wie der Künstlermarkt oder das Kulturfest der Nationen statt.

Planung Bearbeiten

Aktuell wird die Neugestaltung des Wilhelmsplatzes diskutiert. Mit der ursprünglich mit Kosten von 1,9 Millionen Euro[3] angesetzten Baumaßnahme ist eine Neuordnung des Platzes geplant, bei der ein Teil der PKW-Abstellflächen künftig wegfallen soll.

Aufgrund der angespannten Haushaltslage der Stadt sollten nach der ursprünglichen Planung die Sanierungskosten auf die Privatwirtschaft umgelegt werden, die im Gegenzug an einem Teil des Platzes die Nutzungsrechte als Parkfläche erhalten würde. Die Verwaltung veröffentlichte eine entsprechende Ausschreibung, die offenbar auf den bereits mit Parkhäusern in Offenbach aktiven Betreiber Q-Park zugeschnitten war. Dieses Unternehmen stieg jedoch am 3. März aus dem Ausschreibungsverfahren aus, und auch ein weiterer, namentlich nicht bekannter, Interessent teilte Anfang März mit, dass er kein Angebot abgeben werde.

Zeitlich fiel der Ausstieg der Privatwirtschaft mit dem "Geldsegen" der Konjunkturförderung im Rahmen der weltweiten Wirtschaftskrise zusammen. Der Magistrat hat daher seine Planung nun dahin umgestellt, dass im Jahr insgesamt ein Budget von 2,7 Millionen Euro für den Wilhelmsplatz einschließlich der beiden seitlichen Straßen aus dem Hessischen Konjunkturförderprogramm II zur Verfügung gestellt werden soll. [1]

Höchst umstritten ist die über die Erneuerung der Platzmitte hinausgehende Veränderung der seitlichen Straßen des Wilhelmsplatzes. Die seit Anlage des Platzes bestehende Struktur mit umlaufender Straße und von Kastanien eingerahmter Platzmitte soll eingeebnet werden. Nach Vorstellung der Stadtverwaltung wird künftig eine einheitliche Zementstein-Fläche "von Hauswand zu Hauswand" den Platz bedecken. Die Hoffnung ist, dass die Gastronomie sich ohne die begrenzende Wirkung der Bordsteine leichter Richtung Platzmitte ausdehnen kann und durch den insgesamt "ordentlicheren" Anblick der Platz mehr Publikum auch aus dem Umland anzieht. Allerdings zeigen vielfältige Beispiele aus der Offenbacher Innenstadt, dass die Atmosphäre auf derart erneuerten Plätzen als zu kühl empfunden wird und keineswegs zum Verweilen einlädt (Herrnstraße gegenüber der Erich-Kästner-Schule, Aliceplatz, Stadthof, Platz der Deutschen Einheit, Mathildenplatz). Daher bestehen erhebliche Bedenken, dass auch dem Wilhelmsplatz nach einem Umbau das gleich Schicksal bevorsteht:

- zwar optisch "sauber" im Sinne der Offenbach prägenden Betonarchitektur

- zugleich aber leblos steril.

Die Freie Wählergemeinschaft Offenbach hat einen Änderungsantrag vorgelegt, wonach nur der zentrale Platzbereich umgebaut werden soll [2]. Auch die CDU-Fraktion spricht sich gegen die "Goldfransen" in Form des nicht erforderlichen seitlichen Umbaus aus. [3]

Kastanien Bearbeiten

Seit jeher wird das innere Viereck des Wilhelmsplatzes von Kastanien umrahmt, die inzwischen Höhen bis 15 Meter erreicht haben.

Für die derzeitige Stadtverwaltung unter OB Horst Schneider hat der Erhalt der historisch gewachsenen Platzgestaltung untergeordnete Bedeutung gegenüber einer den Geschmacksidealen der Verwaltung entsprechenden Strukturierung.

Sie begann daher mit der Fällung von Bäumen, um Platz für weitere Parkplätze im südlichen Platzbereich zu schaffen. (Siehe Fotostrecke "Kahlschlag am Wilhelmsplatz" in der Offenbach-Post [4])

Die Verwaltung stellt die Fällung zwar als "unglückliche Verkettung" von Missverständnissen dar (Siehe Bericht der Offenbach-Post [5]). Diese Erklärung wird in der Öffentlichkeit jedoch als wenig nachvollziehbar aufgenommen. Tatsächlich passt die "versehentliche" Baumfällung sehr gut in die Planung der Verwaltung; die Strategie des OB war offenbar stets, kritische Punkte irgendwo in den Planungsunterlagen so zu verstecken, dass auch die Stadtverordneten nach Möglichkeit nicht darauf aufmerksam werden, was tatsächlich entschieden wird.

Streichholzkarlchen Bearbeiten

Als Offenbacher Original zählt der Streichholzverkäufer Karl Winterkorn (* 28. März 1880) - das Streichholzkarlchen. Ihm zu Ehren steht eine, von der Offenbacher Steinbildhauermeisterin Judith Quartier geschaffene, Statue auf der nordwestlichen Ecke des Wilhelmsplatzes.

Gastronomie Bearbeiten

Restaurant Minh Anh

Handel Bearbeiten

  • ARTYCON - Galerie, Wilhelmsplatz 2, 63065 Offenbach
  • bam – Buchladen am Markt, Wilhelmsplatz 12, 63065 Offenbach - [kontakt@buchladenammarkt.de Info]
  • Weinhandel Villa Vinum, Wilhelmsplatz 12, 63065 Offenbach - [offenbach@villavinum.de Info]

Ärzte Bearbeiten

  • Pneumologisch-allergologische Gemeinschaftspraxis
    • Dr. med. Dietz, Internist, Lungen- u. Bronchialheilkunde, Wilhelmsplatz 11, 63065 Offenbach
    • Dr. med. Heise-Reinecker, Internist, Lungen- und Bronchialheilkunde, Allergologie, Wilhelmsplatz 11, 63065 Offenbach
    • Dr. med. Sulzbach, Internist, Lungen- und Bronchialheilkunde, Allergologie, Umweltmedizin, Wilhelmsplatz 11, 63065 Offenbach


Einzelnachweise Bearbeiten

  1. 1,0 1,1 1,2 offenbach.de, Stand 22.10.2008
  2. wochenmarkt-offenbach.de Stand 22.10.2008
  3. offenbach.de, Stand 22.10.2008


Quellen Bearbeiten

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